Gut 115 Meter in die Höhe ließen sich zahlreiche Besucher des Windparkfestes in Üplingen transportieren. Die Betreiber der Anlage hatten zu einem Fest eingeladen und nahmen dabei insgesamt fünf Windräder auf dem Üplinger Bullenberg in Betrieb.

Üplingen. In der Warteschlange standen auch Janett und Andreas Wendt aus Warsleben, die sich schon lange ein Windrad aus der Nähe und obendrein von innen betrachten wollten und gern die lange Wartezeit dafür in Kauf nahmen. Die Fahrt in der winzigen Kabine des Aufzuges dauerte gut zehn Minuten und zog sich schier endlos im langen, immer enger werdenden Turm herauf. Entschädigt wurden die beiden jedoch, als sie nach Ankunft in der Kanzel einen herrlichen Ausblick genießen durften. "Das war ein wirkliches Erlebnis mit einem weiten Blick über den Huy bis hin zum Brocken und über das Hohe Holz", schwärmte Andreas Wendt. "Einfach gigantisch" staunte er, bevor es wieder in Richtung Erdboden ging.

Etwas anders jedoch verlief die Abfahrt für Auslebens Bürgermeister Dietmar Schmidt, denn mittendrin stockte der Fahrstuhl und blieb abrupt stehen. Da blieb dem Gemeindeoberhaupt nichts weiter übrig, als den steilen Abstieg nach unten über die Leiter zu meistern. "Kein Problem", meinte er lächelnd, denn ein Gurtgeschirr mit zahlreichen Ringen und Haken sowie ein Schutzhelm ermöglichte ihm einen gefahrlosen Abstieg und nach kurzer Zeit wieder festen Boden unter den Füßen.

Gut 100 Besucher versuchten im Rahmen dieses Festes, das anlässlich der Inbetriebnahme eines neuen Windparks bei Üplingen stattfand, einen Platz im engen Aufzug oder aber im luftigen Korb am Autokran zu erhaschen. Dieser Kran hob die mutigsten Gäste gut 60 Meter nach oben und ließ jedem einzelnen recht frischen Wind um die Nase wehen.

Für die Sicherheit an diesem Tag sorgte ein 14-köpfiges Serviceteam, das nicht nur sämtliche Schnapper und Haken kontrollierte, sondern alle Besucher wieder sicher auf den Boden brachte.

Geschäftsführer Dirk Staats vom SAB Windteam freute sich sehr über die gelungene Veranstaltung, die zahlreichen Besucher und das große Interesse am Windpark bei Üplingen. Auf seine damalige Anfrage zur Errichtung eines weiteres Windparkes bei Üplingen in der Gemeinde Ausleben stimmte der Gemeinderat im Jahre 2007 dem Bauantrag zu. Grund genug dafür sei nicht zuletzt das gute Vertrauensverhältnis der Ratsmitglieder zum Windparkteam gewesen. "Außerdem stand dem Antrag nichts im Wege, denn der regionale Entwicklungsplan wies zum einen das Eignungsgebiet für Windenergie aus und zum anderen gab es für den Bau eines weiteren Windparks noch genügend Platz", berichtete Bürgermeister Dietmar Schmidt.

Der erste Bauabschnitt mit insgesamt drei Windenergieanlagen begann bereits im Oktober 2007, wobei die Anlagen schon im März 2008 in Betrieb gingen. Der zweite Bauabschnitt mit zwei weiteren Windrädern folgte im Mai 2010 mit Inbetriebnahme kurz vor dem Jahresende. Wie weiter zu erfahren war, produziert das gesamte Projekt mit allen Anlagen jährlich ungefähr 22534000 Kilowattstunden und deckt so den Strombedarf von 22500 Personen oder 5650 Vier-Personen-Haushalten.

Derzeitig in Gründung befindet sich auf Initiative der Windkraftanlagenbetreiber die Bürgerstiftung Ausleben. Hier sollen Zinserträge aus angelegtem Stiftungskapital den örtlichen Vereinen der Gemeinde Ausleben für kulturelle und soziale Zwecke zu Gute kommen. "Den normalen Haushalt berühren diese Erträge dabei nicht", teilte Dietmar Schmidt weiter mit.

Auch Vertreter der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz als Eigentümer der gesamten Fläche sowie Horst Düll, als Pächter von Bewirtschaftungsflächen des Stiftsgutes Üplingen, nahmen an der Festveranstaltung teil. Für die kulturelle und gastronomische Umrahmung sorgten dieFeuerwehr, der Sport- und Heimatverein sowie die Singgemeinschaft Warsleben. Eine Hüpfburg, ein Glücksrad und viele Luftballons, organisiert vom Kindertagesstättenteam Schloss Trautenburg, boten genügend Abwechslung auf dem Gutshof des Stiftungsgutes in Üplingen.

 

Bilder