Schrottsammler werden offensichtlich immer erfinderischer. So haben in Bottmersdorf Unbekannte mit Zetteln zur Sperrmüllsammlung aufgerufen, den verwertbaren Schrott aussortiert und den Rest im Gebüsch entsorgt. Die Polizei ermittelt.

Bottmersdorf l Für die Bottmersdorfer gab es am Montag vergangene Woche zunächst keinen Grund, argwöhnisch zu werden, als ein Zettel mit dem Aufruf zur Sperrmüllsammlung im Briefkasten lag. Wie angekündigt erschien dann auch am Mittwochmorgen ein Kleintransporter und holte die von den Anwohnern aussortierten Sachen ab. Doch das dicke Ende kam einen Tag später. Als der Chef der Wanzleber Stadtwerke, Hans-Walter Franke, auf einem Feldweg mit angrenzendem Buschwerk im Rahmen einer Herrentagsradtour vorbeifuhr, entdeckte er jede Menge Müll. Fernseher, Monitore, Staubsauger, Kühlschränke und eine Waschmaschine. Da sich Franke gut auskennt, telefonierte er mit dem Landwirt des angrenzendes Feldes. Werner Arndt eilte sofort an Ort und Stelle und sah die Bescherung. "Ich habe umgehend das Ordnungsamt alarmiert", erklärt Arndt. Er kann nur von Glück reden, dass der Unrat nicht auf seinem Grund und Boden herumliegt, sonst hätte er die Kosten für die Entsorgung des Mülls in Vorleistung zahlen müssen. Nun wird es die Kommune, also der Steuerzahler, übernehmen müssen. "Wer macht denn so etwas?", fragte er, bis ihm ein unglaublicher Verdacht kam. Am Mittwochmorgen war ab 8 Uhr der Sperrmüll im Ort abgeholt worden. Nun liegt er ausgeschlachtet hier am Feldweg. "Das ist kein Zufall", meinte er. Inzwischen hat das Ordnungsamt der Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben - Börde nicht nur das Umweltamt, sondern auch die Polizei eingeschaltet. Die Beamten ermitteln wegen des Straftatsbestandes der illegalen Abfallentsorgung. Erst im Laufe des gestrigen Tages konnten die Beamten einen Zusammenhang zwischen der Sammlung und der illegalen Müllentsorgung herstellen.

"Normalerweise müsste solche Sammlung bei der Kommune angemeldet sein. Das war hier aber nicht der Fall", sagte gestern Polizeisprecher Joachim Albrecht auf Nachfrage. Aus diesem Grund könne man von einer illegalen Sperrmüllsammlung ausgehen. Einen solchen Fall, bei dem die Täter den Restmüll gleich in der Feldmark entsorgen, habe es in der Börde seiner Kenntnis nach noch nicht gegeben. Die Beamten suchen nun nach Zeugen, die eventuell den Kleintransporter und die darin befindlichen Personen beschreiben können. Joachim Albrecht: "Wir sind auch an einem der Zettel interessiert, die im Vorfeld in die Briefkästen gesteckt worden sind." Die Bottmersdorfer, deren Sperrmüll nun in der Feldmark liegt und von der Kommune entsorgt wird, müssen sich keine Sorgen machen, dass sie rechtlich belangt werden, sagte der Polizeisprecher weiter. In dem Moment, in dem der Müll abgeholt wird, gehe der Besitz und damit die Verantwortung an den Abholer über. Er müsse dann auch die Entsorgung übernehmen.

Allerdings spreche diese Tatsache nicht davon frei, sorgsam bei solchen Sammlungen vorzugehen. So sollten Bewohner bei solch einem Aufruf immer darauf achten, dass auch eine Adresse mit einem Ansprechpartner angegeben ist. Sollte dies nicht der Fall sein, ist ein Anruf beim Ordnungsamt nie verkehrt. Das Herausstellen des Sperrmülls vor die Haustür sollte immer so zeitnah wie möglich erfolgen, um solchen Straftaten vorzubeugen, sagte Albrecht.

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