In der Zentralen Begegnungsstätte in Kossebau startete Pfarrer Matthias Kruppke am Neujahrstag in doppelter Funktion durch. Als Pfarrer und Kantor. Fragen über das Glück und das Leben beschäftigten ihn im ersten Gottesdienst des Jahres.

Kossebau. "Live is life" meinte Pfarrer Matthias Kruppke, als er mit dem ersten Gottesdienst am Neujahrstag in der Zentralen Begegnungsstätte in Kossebau mit der Messe begann.

"Da heute meine Kantorin fehlt, muss ich eben alles alleine machen." Sprach‘s, und schon erklang von der elektrischen Orgel das Lied "In Gottes Namen fang ich an". Den Psalm 8 hatte er zum Jahresanfang gewählt. Und er ging der Frage nach, wie es um den Menschen steht, dem Gott eine solche Würde gegeben hat, dass er ihm sogar die Macht gibt, über die Schöpfung und die Gestaltung der Welt zu entscheiden. Das Evangelium nach Lukas, Kapitel 4, rückte dann in den Mittelpunkt der Predigt. Speziell jener Teil, als Jesus nach der Versuchung in der Wüste durch den Teufel und seinem ersten Auftreten in Galiläa nach Nazareth kommt, wo er aufgewachsen war, und dort schließlich Ablehnung in seiner Heimat findet.

"Wir gehen durch unser Jahreshaus, und vor 14 Stunden haben wir die erste Tür aufgestoßen. Was erwartet uns in diesem Raum? Wird sich darin Glück oder Trauer befinden? Schauen wir noch einmal ein Jahr zurück", fuhr Kruppke fort. Der Pfarrer stellte die Frage in den Raum, ob die Menschen für all das, was sie glücklich gemacht hat, auch entsprechend Dank gezeigt hätten. Sind die vier Attribute für die göttliche Macht, die da heißen barmherzig, gnädig, geduldig und gütig, für uns und unsere Gesellschaft noch aktuell? Kruppkes Meinung nach lohnt es sich, einmal darüber nachzudenken. Es liege an jedem Einzelnen, Gott seinen Platz in den zu betretenden Zimmern einzuräumen.

Am Jahreswechsel steht immer eine Losung. Dieser befand sich auf dem Flyer, den der Pfarrer an die Gemeindemitglieder austeilte. Mit den Liedern "Vertraut den neuen Wegen" und "Von guten Mächten treu und still umgeben" von Dietrich Bonhoeffer fand der Gottesdienst zum Neujahr seinen Abschluss.

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