Innerhalb von nur wenigen Tagen ist von den großen Schneemengen, die im November und Dezember auch im Norden der Altmark fielen, so gut wie nichts mehr übrig. Die schnelle Schneeschmelze sorgt erneut für eine Hochwassersituation an Biese und Aland. Größere Probleme auf Landwirtschaftsflächen sind im Gebiet der Verbandsgemeinde Seehausen jedoch bislang ausgeblieben.

Seehausen. Wie Klaus-Peter Meißner, Geschäftsführer des Unterhaltungsverbandes Seege-Aland, auf Nachfrage der Volksstimme ausführt, funktioniere der Wasserablauf aus den Gewässern zweiter Ordnung bisher gut. "Wie wir es schon aus der Vergangenheit kennen, können bei Hochwassersituationen die Gewässer erster und zweiter Ordnung nicht unabhängig voneinander betrachtet werden. Das heißt, nur wenn das Wasser aus dem Alandbereich gut abfließt, können auch die Gräben ihrer entwässernden Funktion gerecht werden. Das funktioniert gegenwärtig reibungslos. Die Schöpfwerke in der Aland-Region arbeiten alle, sodass das Wasser auch tatsächlich abtransportiert wird." Klar sei aber auch, dass angesichts der großen Schmelzwassermengen nicht verhindert werden könne, dass sich Wasser vorübergehend auf Feldern und Wiesenflächen sammle.

Die Mitarbeiter des Unterhaltungsverbandes seien derzeit ständig im Einsatz, um an Schwerpunktstellen wie Brücken und Durchlässen einen möglichst reibungslosen Wasserabfluss zu gewährleisten. Verstopfungen würden in Handarbeit und im Bedarfsfall auch maschinell beseitigt. Zum Beispiel, so Meißner weiter, habe am Wochenende bei Calberwisch Schwemmmaterial ein Durchlass verstopft. Dort kam ein Bagger zur Beräumung zum Einsatz.

Auch an der Biese bei Walsleben habe sich Wasser auf Wiesen und Feldern gestaut. Ursache sei dort ein illegal errichteter Stau in einem Graben gewesen. Dieser sei dankenswerterweise vom Landwirt Ernst Jesse beseitigt worden. "In flächendeckenden Hochwassersituationen, wie wir sie derzeit haben, sind wir auf die Unterstützung umsichtiger Bürger angewiesen. Denn unsere Mitarbeiter können nicht überall gleichzeitig sein. Wir sind dankbar über Hinweise, die uns auf mögliche Abflussprobleme an den Fließgewässern aufmerksam machen."

Wie der Landesbetrieb für Hochwaserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) auf Nachfrage bestätigt, sind derzeit die drei Schöpfwerke entlang des Alands (Pumpstationen Wahrenberg, Scharpenhufe und Geestgottberg) im Dauerbetrieb. Die Bewältigung der anfallenden Wassermengen sei bislang unproblematisch. Die Schöpfwerke liefen noch nicht auf voller Leistung.

Jedoch könnte die Hochwasserlage im Biese- und Alandgebiet in den kommenden Tagen noch angespannter werden, wenn der Druck aus der Elbe durch Qualmwasser zunimmt. In der Regel bewältigten die Schöpfwerke aber auch diese Belastungen.