Drei Grundschul-Standorte sollen erst einmal innerhalb der VG Arneburg-Goldbeck bestehen bleiben. Für den Werbener Standort scheinen die Chancen zu schwinden.

Werben/Goldbeck l Die Werbener sehen ihre Felle davonschwimmen. Bei der vom Beauftragten der Verbandsgemeinde (VG) Arneburg-Goldbeck, Karlheinz Schwerin, am Montagnachmittag einberufenen Informationsveranstaltung zur Grundschul-Problematik seien Stimmen laut geworden, die für den Werbener Standort keine Zukunft sehen.

Das bestätigt Schwerin auf Nachfrage nicht. Er bezeichnete die Zusammenkunft, bei der Ulrike Bergmann, landkreisliche Schulverwaltungsamtsleiterin, die Bürgermeister über Gesetzesgrundlagen und Richtlinien hinsichtlich der Schulreform informierte, als "lockere kameradschaftliche Runde". Sie galt als letztes Treffen vor der Entscheidung. Am morgigen Donnerstag sollen sich die Bürgermeister auf drei Grundschulen festlegen, die über das Schuljahr 2014/15 hinaus für die Erst- bis Viertklässler der Region geöffnet bleiben. Bei sieben noch existierenden Einrichtungen ist die mathematische Rechnung einfach: Vier Standorte müssen schließen.

"Wir haben genügend Kapazitäten"

Wer gehört zum verbleibenden Trio? Nach Volksstimme-Recherchen würden Arneburg, Goldbeck und Iden die besten Chancen eingeräumt - und damit stünde Werben vor dem Aus. Die Verantwortlichen der Elbestadt möchten diesen Kampf jedoch noch nicht als beendet sehen. Sie könnten mit einem nicht ganz unwichtigen Argument wuchern: Ihre Grundschule ist zu großen Teilen frisch saniert. "Außerdem stehen acht neue Räume zur Verfügung", nennt Stadtrat Torsten Schatz einen weiteren Pluspunkt. "Wir haben genügend Kapazitäten", weiß auch Jochen Hufschmidt vom Verein "Werben für Kinder", für den eine Entscheidung gegen Werben nicht nachvollziehbar wäre. "Natürlich sehen wir das aus Sicht der Werbener", gibt er zu, um zu betonen: "Damit müsste sich das Rechnungsprüfungsamt oder der Bund der Steuerzahler beschäftigen." Stadtrat Michael Schnelle schlägt in die gleiche Kerbe. "Das wäre keine Verschleuderung, das ist schon eine Veruntreuung von Steuergeldern." Bisher wurden rund 600 000 Euro in die ersten beiden von drei Sanierungsabschnitten investiert. Fördergelder aus dem Städtebaulichen Denkmalschutz machten es möglich.

In dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude glänzt alles neu. Bis auf das Dachgeschoss, das im nächsten Jahr saniert werden soll. Eine Investition in die Zukunft? Die Werbener hoffen es. Zumal das finanzträchtige Vorhaben vom Landkreis eingeläutet wurde, wie Schnelle betont. "Es kam damals die Auflage, eine Brandschutztreppe zu errichten." Anschließend beschloss der Stadtrat weitere Gelder in den Brandschutz zu investieren, um die geforderten Auflagen einzuhalten.

Einladung an Eltern aus Hindenburg

Werbens Bürgermeister Volkmar Haase sprach wie Schwerin von einer "sachlichen Diskussion" am Montagnachmittag. Allerdings sei einiges erwähnt worden, "was nicht unbedingt für Werben sprach". Eltern von Schülern aus Hindenburg möchten nicht, dass ihr Nachwuchs bis nach Werben fährt. Und eine Werbener Grundschule würde nur Sinn machen, wenn Schüler aus Hindenburg und aus Iden dort beschult werden. Haase wäre froh, wenn er die Eltern aus Hindenburg bei einer Besichtigung von den modernen Räumen der elbstädtischen Einrichtung überzeugen könnte. Die Zeit drängt. "Jahrelang wurde getrödelt. Und jetzt überschlägt sich alles."

Morgen soll eine Entscheidung her. Der Landkreis erwartet bis zum 13. September eine Antwort. Schwerin, der nach der Auflösung des Verbandsgemeinderates die Aufgaben des Gremiums übernimmt, verspricht, nicht allein zu handeln und die Meinungen aller zu einer zusammenzufassen. Auch wenn er weiß: "Man kann es nicht jedem Recht machen."

Mittelfristig seien jedoch nur zwei Grundschulen in der VG geplant - und dann müssen sich die Verantwortlichen wieder mit der Frage beschäftigen, ob ein Neubau einer Schule nicht das Sinnvollste sei. Bekanntlich gibt es Überlegungen, die Idener Sekundarschule umzubauen und in Goldbeck neben der Sekundarschule ein Objekt aus der Taufe zu heben.

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