Auch zur sechsten Auflage von "Kunst und Kirche" drängten die Besucher am Sonnabend in die Klädener Kirche. "Wir stoßen langsam an unsere Grenzen", stellte Pfarrer Peter Michael Schmudde fest. "Das ist nur noch schwer zu toppen", zog Mitinitiatorin Martina Reimann ein erstes Fazit.

Kläden. "An solchen Tagen zeigt sich, was Kirche ausmacht", erklärte Pfarrer Schmudde zur Eröffnung von Kunst und Kirche. "Die Menschen zusammenbringen, sich austauschen und zeigen, was im Innersten jedes Einzelnen ist." Am Sonnabend offenbarten 14 Hobbykünstler aus Badingen, Belkau, Möringen, Eichstedt, Stendal, Berlin und natürlich aus Kläden ihr Innerstes. In Form von Bildern (Aquarelle, Öl, Acryl, Pastelle, Collagen, Zeichnungen), Fotografien, Papierschmuck sowie Gesticktem und Gefilztem.

Zum ersten Mal beteiligten sich gleich drei Freizeitkünstlerinnen. "1994 bin ich in den Niederlanden mit der Porträtstickerei in Berührung gekommen", erzählte Karin Brandt. "Ein Jahr später entstand mein erstes Bild." Mittlerweile hat die Klädenerin zwölf Bilder von Familienmitgliedern geschaffen. Auf den ersten Blick und mit etwas Entfernung vermutet man Fotografien. Doch es handelt sich um aufwendige Stickereien. Am Anfang investierte Karin Brandt 300 Stunden für ein Bild.

Barbara Lerche aus Eichstedt präsentierte erstmals großformatige Acryl- und Pastellbilder sowie ursprünglich wirkende Keramik in der Klädener Kirche. Sie malt seit vier Jahren, oftmals sehr spontan. "Wenn mir danach ist, schwinge ich den Pinsel und staune, was entsteht", so Barbara Lerche. In ihre Bilder lässt sie zum Teil außergewöhnliche Materialien wie Asche und Nägel einfließen.

Gefilztes hatte am Sonnabend bei "Kunst und Kirche" ebenfalls Premiere. Ulrike Chirwa präsentierte auf der Empore ihre Filzarbeiten. "Ich bin seit vier Jahren filzsüchtig", erklärte die Berlinerin, die beruflich als Tagesmutter tätig ist. "Mit dem Filzen habe ich eine Form der Entspannung gefunden", so Ulrike Chirwa, die aufgrund eines gemeinsamen Malkurses mit Martina Reimann den Weg in die Klädener Ausstellung gefunden hatte und zudem Verwandtschaft im Landkreis hat.

Für musikalische Unterhaltung sorgten Nachwuchskünstler auf Akkordeon, Keyboard, Gitarre und Cajon. Vor allem den Jüngsten wurde großer Respekt entgegengebracht, "weil sie sich vor ein so großes Publikum wagten", begründete Pfarrer Schmudde. Ansonsten war Klädens "Kunst und Kirche" wieder einmal von einer "heiteren Gelassenheit" geprägt, wie eine Teilnehmerin einen Grund für den Erfolg der Veranstaltung auf den Punkt brachte.

   

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