Osterburg (fsc). Zum traditionellen Neujahrstreffen hatte der Vorstand der Interessengemeinschaft (IG) Heimatgeschichte der Hansestadt Osterburg eingeladen, und der Vorsitzende Erhard Schmitz begrüßte am Sonntag, mit den besten Wünschen, dass "2011 ein fröhliches, freudiges und friedliches Jahr wird", 35 Heimatfreunde und -freundinnen an der Mittagstafel im Restaurant "Zum Kanzler". Es werde auch wieder gemeinsame Veranstaltungen für die Mitglieder der IG und interessierte Gäste geben, schickte Schmitz voraus. "Der Terminplan ist zwar noch nicht ganz fertig, es müssen noch einige organisatorische Dinge geklärt werden, aber fest steht schon der Termin für die Jahresversammlung, der 16. März im Café Behrends und eventuell der 26. März für den Besuch des Dorftheaters Gladigau."

Erhard Schmitz erwähnte, dass 2011 zum internationalen Jahr des Waldes erklärt worden sei, um auf den dringenden Schutz der Wälder weltweit vor Raubbau und Katastrophen aufmerksam zu machen. Man begehe, nicht nur in Musikerkreisen, das Franz-Liszt-Jahr in Gedenken des 200. Geburtstages des berühmten ungarischen Komponisten. "Und was unsere Stadt betrifft, so haben wir einige Jubiläen, zum Beispiel 575 Jahre Hansestadt Osterburg, denn 1436 war Osterburg als eine der letzten Städte dem Bund beigetreten. Schließlich gab es vor 250 Jahren – 1761 – den letzten großen Stadtbrand, ausgebrochen in der Kirchstraße, bei dem zwei Drittel aller Einwohner Osterburgs obdachlos wurden und auch die Nicolaikirche schwere Schäden davontrug; sie konnte erst 1786 wieder genutzt werden. Bis dahin fanden die Gottesdienste in der St. Martinskapelle auf dem Friedhof statt. Am 17. September wollen wir Heimatfreunde gemeinsam mit dem Kreismuseum und der freiwilligen Feuerwehr dieses Ereignisses gedenken."

Außerdem sei vor 145 Jahren die Chaussee von Osterburg nach Wittenberge eröffnet worden. 1816, also vor 195 Jahren, wurde Osterburg Kreisstadt. Vor 95 Jahren, während des 1. Weltkrieges, sei in Osterburg von der Evangelischen Frauenhilfe eine Suppenküche eingerichtet worden. "Bedürftige bekamen für 20 Pfennige eine warme Mahlzeit; pro Tag wurden bis zu 400 Portionen ausgegeben", wusste der IG-Vorsitzende, der bis in die heutige Zeit noch weitere Daten in petto hatte.

Heimatfreundin Christel Muhl hatte von der Reise des Heimatvereins an die Mosel im August 2009 ein Video mitgebracht, bei dem die Teilnehmer noch einmal Erinnerungen auffrischen und die Daheimgebliebenen die Schönheiten des Rhein- und des Moseltales bewundern konnten. Dann erschien der von Erhard Schmitz angekündigte Überraschungsgast: Otto Reutter alias Manfred Brandt aus Wannefeld. Brandt imitierte den Humoristen so exzellent, dass der Nachmittag bis zum Kaffee recht fröhlich ausgefüllt war. "Mit dem Auftritt Otto Reutters wollen wir gleichzeitig der Stadt Gardelegen als der Ausrichterin des diesjährigen Sachsen-Anhalt-Tages unsere Reverenz erweisen", so Schmitz. Otto Reutter war 1870 als Sohn des Gastwirts und Hausierers Andreas Pfützenreutter in Gardelegen geboren worden. Er war mit seinen Couplets fast 40 Jahre lang Publikumsmagnet in deutschen Festsälen. Am bekanntesten sind "Der Überzieher", "In 50 Jahren ist alles vorbei", "Nehm Se ’n alten", "Der gewissenhafte Maurer" und "Der Blusenkauf."

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