Ausgelassen gefeiert haben auch die allermeisten Seehäuser den Jahreswechsel. Aber während "Otto Normalverbraucher" das Beisammensein in kleinerer oder größerer Runde genoss, hatten Andere Dienst zu schieben. Ob Polizei, Rettungspersonal oder Feuerwehr – die Diensthabenden hielten sich für den Notfall einsatzbereit, so auch zehn Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr Seehausen.

Seehausen. Für gewöhnlich verrichten um die sieben Kameraden im Seehäuser Feuerwehrgerätehaus Silvester Bereitschaftsdienst, so auch vom Freitag zum Sonnabend. "Wir versuchen, Jahr für Jahr mit dem Dienst zu tauschen, aber letztendlich findet sich immer der gleiche ,harte Kern‘ von Kameraden zusammen. Ich selbst bin zum Beispiel schon das dritte Jahr nacheinander mit dabei", sagt Seehausens Wehrleiter Enrico Schmidt.

Vom Silvesterabend ab 19 Uhr bis in die frühen Morgenstunden des Neujahrstages hielt er sich gemeinsam mit neun weiteren Kameradinnen und Kameraden einsatzbereit.

Das heißt natürlich nicht, dass die Feuerwehrleute nur im Dienstzimmer sitzen und warten, dass sie alarmiert werden. Auch sie feiern den Jahreswechsel, nur ohne beziehungsweise mit wenig Alkohol. Und damit es wirklich so etwas wie eine Silvesterfeier wird, sind auch die Familien mit dabei. Diesmal war es eine ansehnliche Runde von 30 Leuten, die im Saal des Gerätehauses gesellige Stunden verbrachten. Auch einige Kinder waren dabei. Um 19 Uhr wurde gemeinsam zu Abend gegessen. Die Frauen der Kameraden hatten leckere Gerichte zubereitet. "Diejenigen, die im Fall des Falles fahren müssen, trinken natürlich keinen Alkohol. Die anderen dürfen sich ein Bierchen genehmigen", erklärt Schmidt.

Glücklicherweise sei zu Silvester in den zurückliegenden Jahren immer erstaunlich wenig passiert in Seehausen und Umgebung. Meistens brannten Müll- oder Kleidercontainer. Einen größeren Einsatz hatte es jedoch Silvester 2008 gegeben – einen Brand an einem Firmengebäude des Blumenhauses Schwander.

"Die meisten Brände bekommen wir mit den Dienst schiebenden Kameraden gelöscht. Sollte wirklich mal ein größerer Einsatz notwendig werden, dann werden alle Kameraden – auch jene die privat feiern – über den Pieper von der Leitstelle aus alarmiert. Dann ertönen auch die Sirenen", erklärt der Wehrleiter. Und er fügt hinzu: "Fast alle Einsätze, zu denen wir zu Silvester ausrücken müssen, beruhen auf unsachgemäßem Einsatz von Feuerwerkskörpern oder auf bewusster Brandstiftung mit Böllern. Über solche Leute denken wir uns unseren Teil. Schimpfen oder Fluchen bringt nichts. Man kriegt sie doch nicht geändert."

Alle im Gerätehaus "feiernden" Kameradinnen und Kameraden und ihre Angehörigen hoffen Jahr für Jahr, dass nichts passiert. "Wenn man schon in den sauren Apfel beißen muss, Dienst zu schieben, dann muss nicht auch noch ein Einsatz kommen. Denn die Lust zum Ausrücken hält sich zum Jahreswechsel einfach mal in Grenzen. Außerdem hatten wir in diesem Jahr bereits 76 Einsätze. Das ist mehr als genug und übersteigt den langjährigen Durchschnitt bei weitem. Mit anderen Worten: Wir alle hoffen, dass wir nicht zum Jahresauklang den 77. Einsatz dazu bekommen werden", ist sich Schmidt mit seinen Kameraden einig.

Und die Diensthabenden hatten Glück. Über den Jahreswechsel 2010/2011 gab es in Seehausen und Umgebung keine Vorkommnisse, die einen Einsatz der Feuerwehr erfordert hätten.