Osterburg (vl). Im Gänsemarsch stapfte die kleine Läuferschar auf dem ersten Viertel ihrer Runde durchs Gelände. Ein Nebeneinander ließ die schmale Spur im nassen Schnee nicht zu. Alles andere als einladend waren die äußeren Bedingungen beim Osterburger Silvesterlauf am Fuchsbau.

So stellten sich am Vormittag des 31. Dezember gerade einmal 18 Akteure aus Dobbrun, Rossau, Seehausen und natürlich Osterburg ein. Darunter viele Stammgäste. Sie wurden von den "Altmarkfüchsen", die den Lauf seit 1984 organisieren, auf eine veränderte Strecke geschickt. "Im Wald ist es zu gefährlich; dort sind viele Bäume unter der Schneelast umgestürzt. Außerdem ist es recht glatt", begründete Wulf Ziegenbein.

Die Ausweichstrecke führte von der Landessportschule um das Wasserwerk herum und auf dem Radweg zurück zum Sportgelände. Gut 2000 Meter maß die Runde, die einige dreimal unter die Füße nahmen. Andere Athleten verlängerten ihren Lauf mit einem "Abstecher" auf dem Radweg nach Krevese.

Oldie unter den Laufenthusiasten war wieder einmal Dr. Roland Köhn. Der Osterburger, der 70 Lenze zählt, begann in den 1980er Jahren mit dem Laufen. "Mir geht es um meine Fitness", erzählte Köhn, der auch Kraftsport betreibt und seit der Eröffnung des Osterburger Hallenbades dort hin und wieder seine Schwimmbahnen zieht. "Ich laufe eigentlich jeden Tag, wenn es die Witterung zulässt", berichtete er und gab zu: "Heute wäre kein Laufwetter für mich. Aber der Silvesterlauf war dann doch Motivation, etwas zu tun."

Frank Möhring aus Osterburg absolvierte seinen zweiten Osterburger Silvesterlauf. "Der Lauf bietet sich für mich geradezu an. Ich laufe gern, und in der Gemeinschaft macht es besonders viel Spaß", sagte der 39-jährige Banker, für den der Sport einen Ausgleich zur Arbeit darstellt. Wettkämpfe sind ihm nicht so wichtig, auch wenn er sich schon beim Lauf um den Arendsee und beim Tangermünder Halbmarathon getestet hat.

Zahlreiche Volksläufe hat dagegen bereits Roland Bäumler bestritten und dabei auch schon Podestplätze belegt. Beim Silvesterlauf ließ es der Rossauer aber ganz locker angehen und schwatzte mit Mitläufern. Unter anderem über seine Arbeit. Die hatte am Silvestertag für den 48-Jährigen schon um 4 Uhr begonnen. Im Winterdienst tätig, räumte und streute er Straßen zwischen Osterburg und Büttnershof.

Arbeiten und Laufen an der frischen Luft macht natürlich Appetit. So ließ sich Bäumler ebenso wie die anderen Sportler Pfannkuchen schmecken, die die "Altmarkfüchse" traditionell im Ziel auffuhren. Christina Steiling bot sie in diesem Jahr an. Zudem hielten Gesamtleiterin Bärbel Ziegenbein und Sandra Flödl Tee und Glühwein bereit. Mit dem wärmten sie sich selbst gern, schließlich hatten sie zuvor am Gänsemarsch teilgenommen.

   

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