Tradition wird bei den Altmärkern an Silvester groß geschrieben. Viele feiern seit Jahren in der Altmärkischen Kaffeestube und im Hotel "Zum Kanzler". Fans der handgemachten Musik zog es in die Musik-Markt-Halle.

Osterburg l Gastwirt Erwin Levin kann sich an ein Silvester, an dem er nicht hinterm Tresen stand, nicht erinnern. Mit 16 Jahren begann er, Gastgeber zu sein. Heute ist er 68. Auch Durststrecken mit 20 Gästen zu Silvester hat der Chef des Hotels "Zum Kanzler" erlebt. Jetzt zählte er 65 und freute sich. Die Gäste waren ebenso zufrieden. Die Osterburgerin Edith Dieckmann lobte: "Es ist alles so schön geschmückt, sieht super aus." Marianne Zacharias hatte ihrer Walking-Partnerin Mary Henschel das Haus empfohlen. "Wir sind beeindruckt", so Henschel, deren Mann Torsten sein Taxiunternehmen mal Taxiunternehmen sein ließ und viel Freude an der gemütlichen Runde hatte. Die "Disco Hawaii" aus Düsedau sorgte im 19. Jahr im "Kanzler" für gute Stimmung und Tanzlaune. Klassiker wie "Auf der Reeperbahn" von Hans Albers durften da natürlich nicht fehlen.

Gastwirte unter sich: Wie der Vater so der Sohn

Levins Sohn Maik ist seit mittlerweile 1991/92 nicht mehr Gast auf einer Silvesterparty gewesen. "Das ist schon ein bisschen komisch", sagte er. Zum vierten Mal in Folge erwartete er den Gästeansturm nach Mitternacht in seiner Kneipe um die Ecke vom "Kanzler". Dabei stand die Party mangels Arbeitskräfte auf Messers Schneide. Letztlich hatte Maik Levin doch Grund zum Schmücken. Im Vorjahr dauerte die Feier bis morgens um zehn. "Die meisten feiern privat und gucken morgens, wo noch etwas los ist. Dann kommen sie zu mir", erzählte Maik Levin. "Gestern haben viele schon bei mir vorgeglüht", fügte er schmunzelnd hinzu.

Livemusik in der Musik-Markt-Halle

Familie Pohl aus Einwinkel hatte sich die Altmärkische Kaffeestube empfehlen lassen. Dort legte DJ Steffen Hehlke auf. Seit 1988 steht er am Regler: "Jedes Silvester ist toll." Für Gerhard Pergelt und Bruder Herbert findet der Jahreswechsel seit Jahrzehnten dort statt. Familie Tiede wirbelte für die 54 Gäste zu acht. Mitternacht kamen Heringssalat und Pfannkuchen auf den Tisch.

In der Musik-Markt-Halle war das Essen Nebensache. Livemusik von den Tunepickers und Nobody Knows gab den Ton an und sorgte für eine gefüllte Tanzfläche. "Wann kriegt man schon mal live so klasse 60er Jahre-Musik? Mir gefällt\'s!", schwärmte Michael Küssner.

Nach einer langen Ruhepause war im Dorfgemeinschaftshaus Erxleben mal richtig was los. Die Federführung hatte die Familie von Wehrleiter Ronald Schultze übernommen. Mit Wunderkerzen und Raketen feierte eine große Gästeschar dort den Jahreswechsel.

   

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