2014 rücken in Deutschland mehrere geschichtsträchtige Daten in den Blickpunkt. "Das wird ein spannendes Jahr", ist Frank Hoche überzeugt. Der Kreismuseumschef verweist besonders auf die Weltkriege und den Fall der Berliner Mauer.

Osterburg l 100 Jahre nach Ausbruch des bis 1918 andauernden Ersten Weltkrieges wird die Tragödie im Kreismuseum zum Schwerpunkt-Thema. "Dieser Krieg war die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts. Andere historische Zäsuren wie das Dritte Reich, der Zweite Weltkrieg und die Teilung Deutschlands wären ohne ihn nicht zu erklären", begründet Frank Hoche.

Theatergruppe will Antikriegsstück aufführen

Fotos, Dokumente, selbst Mitbringsel von der Front wie ein aus Granathülsen gebastelter Aschenbecher sollen ab dem 29. Juni im Museum ein Bild davon vermitteln, wie gravierend sich der Krieg auf das Leben in der königlich-preußischen Kreisstadt Osterburg auswirkte. Und es nachhaltig veränderte. Ein heute noch sichtbares Symbol für die Rasanz der Ereignisse ist das Schild des einstigen Landratsamtes. Das verblieb nach Kriegsende und Abdankung des Kaisers zwar noch am Sitz des Landrates, die für "königlich" stehende Abkürzung "Kgl" wurde aber eiligst ausgemerzt.

Bei der Auseinandersetzung mit dem Thema Erster Weltkrieg erfährt das Museum Unterstützung von der Theatergruppe des Markgraf-Albrecht-Gymnasiums. Die von Angelika Trösken betreute Gruppe plant die Aufführung eines Antikriegsstückes.

Am 1. September 2014 jährt sich zum 75. Mal der Überfall des Dritten Reichs auf Polen und damit gleichzeitig der Beginn des Zweiten Weltkriegs. "Ich werde an den Gedenkveranstaltungen in Wielun teilnehmen", erzählt Frank Hoche. Für Osterburgs polnische Partnerstadt hat der 1. September 1939 eine ganz besonders fürchterliche Bedeutung. Wielun war die erste Stadt, die im Zweiten Weltkrieg von deutschen Bomben getroffen wurde. 1200 der etwa 16000 Einwohner kamen am 1. September 1939 bei Luftangriffen ums Leben.

Kirchennacht zum Thema Wende

Im November rückt ein weiteres geschichtsträchtiges Datum in den Blickpunkt: Am 9. November 2014 liegt der Fall der Berliner Mauer 25 Jahre zurück. Dieses Jubiläum nutzt das Museum, um an die Zeit der Wende in Osterburg zu erinnern. "Als ich am 1. September 1990 hier im Museum meine Arbeit aufnahm, gehörte die Erarbeitung einer Dokumentation über die Wendezeit in Osterburg zu den ersten Aufgaben. Diese Dokumentation werden wir in diesem Jahr in einer Ausstellung erneut zeigen", sagt Hoche.

Ingrid Bahß ergänzt die Museums-Schau mit einer eigenen Wende-Ausstellung. Zum gleichen Thema wird zudem eine Kirchen- und Museumsnacht vorbereitet, erzählt Hoche. "Mit Hanna und Siegfried Kasparick haben bereits wichtige Akteure der Wendezeit in Osterburg, die heute nicht mehr in unserer Stadt leben, ihre Teilnahme an der Kirchen- und Museumsnacht zugesagt", fügt er abschließend hinzu.