Rossau (nm). Fast 1500 Stunden investierten die Rossauer Brandbekämpfer 2010 in ihre Ausbildung, in Einsätze und nicht zuletzt in gesellschaftliche Aktivitäten für ihren Heimatort. Diese Zahl nannte der stellvertretende Ortswehrleiter Ralf Böllstorf während der Jahreshauptversammlung der Kameraden am Freitagabend im Dorfgemeinschaftshaus. Nur wenige Stunden von dieser Gesamtbilanz machten das für die Rossauer Brandbekämpfer schwerste Ereignis aus, die Bekämpfung eines Scheunenbrandes Mitte August 2010 in Schliecksdorf. Die Rossauer, die am Unglücksort mit zahlreichen anderen Wehren aus der Einheitsgemeinde Osterburg kooperierten, hätten dort hervorragende Arbeit geleistet, blickte Ortswehrleiter Enrico Brun zurück. "Während der Auswertung des Brandgeschehens wurde unser Ausrücken einhellig gelobt", fügte er hinzu.

Die Rossauer Wehrleitung, die unter anderem den Zugführer Nord und stellvertretenden Stadtwehrleiter Marco Röhl sowie Ortsbürgermeister Bernd Drong als Gäste ihrer Jahreshauptversammlung begrüßten, lobten einhellig die sehr gute Zusammenarbeit mit der Osterburger Wehr und den ausgezeichneten Draht zu deren Wehrleitung. Kritischere Töne gingen dagegen in Richtung Stadt. So sei die finanziell angespannte Situation der Einheitsgemeinde bekannt, dennoch monierte Brun, "dass im vergangenen Jahr fast keiner unserer Wünsche erfüllt wurde". So zielte unter anderem der Antrag für den Kauf eines größeren Zeltes für die Rossauer Jugendwehr ins Leere. Immer noch warten die Brandbekämpfer zudem auf die Ausschilderung eines Unterflurhydranten. "Das ist leider ein Unterschied zu früher, als unser Ort noch eine eigenständige Gemeinde war. Damals wurden uns stets alle Wünsche erfüllt", merkte Brun an. Dringenden Handlungsbedarf in 2011 sehen die 30 Mitglieder der Wehr aber zuallererst an ihrem Gerätehaus. Unter anderem gebe es Schäden am Dach. Größtes Manko aber sei, dass das Gerätehaus nach wie vor über keine Heizung verfüge. "Da muss sich unbedingt etwas tun, schließlich ist eine Mindesttemperatur von sieben Grad vorgeschrieben", stellte Enrico Brun klar.

Mit Blick auf die Aktivitäten für das Dorf hätten sich die Rossauer Kameraden beim Verbrennen der Weihnachtsbäume Anfang 2010 mehr Gäste gewünscht. Gleiches gelte für das Scheunenfest, das die Wehr am 19. Juni veranstaltete. "Letzten Endes blieben bei dieser Veranstaltung als Gewinn nur ein paar Cent übrig. Wir wissen nicht, was wir noch tun können, um mehr Besucher anzulocken. Deshalb haben wir beschlossen, zukünftig kein Scheunenfest mehr zu organisieren. Die Veranstaltung am 19. Juni 2010 war die letzte ihrer Art", sagte der Ortswehrleiter.

Zufrieden bilanzierte Enrico Brun, dass zwei Rossauer 2010 erfolgreich einen Gruppenführerlehrgang abschlossen. Ein weiterer Kamerad qualifizierte sich zum Atemschutzgeräteträger. Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Ralf Böllstorf und mit Ortsbürgermeister Bernd Drong nutzte Brun die Jahreshauptversammlung schließlich dazu, Matthias Alph für seine zehnjährige Mitgliedschaft in der Wehr auszuzeichnen und ihn zudem zum Löschmeister zu befördern.