Zufrieden blickt Osterburgs Museumschef Frank Hoche auf 2013 zurück. Seine Einrichtung zählte mehr Besucher als im Jahr zuvor. Zudem werten neue Exponate den Museumsbestand auf.

Osterburg l Seinen beiden Söhnen bereitete ein geschickter Bastler im Jahr 1927 eine riesige Freude. Der Osterburger baute für sie zwei Ritterburgen. Eine der beiden Holzarbeiten überdauerte die Jahrzehnte. Und zählt seit 2013 zum Bestand des Kreismuseums. "Sie ist nur ein Beispiel für die vielen Schenkungen, über die wir uns im vergangenen Jahr freuen konnten", erzählt Frank Hoche.

Historische Urkunden, Dokumente und Ausgaben des Osterburger Kreisblattes aus den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts landeten ebenso auf dem Tisch des Museumschefs wie komplette Jahresbände der Kleinen Osterburger Zeitung. Letztere wurde in den 50er bis 80er Jahren des 20. Jahrhunderts von der Familie Ritz-Ronneburger im Altbundesgebiet für aus der DDR vertriebene, verzogene oder geflüchtete Altmärker herausgegeben.

Aus Historiker-Sicht ganz besonders interessant sind eine Handvoll Münzen, die nach dem Ersten Weltkrieg in der Zeit der Wirtschaftskrise in Osterburg in Umlauf waren. Denn bei den Prägungen handelt es sich um Notgeld, zum Teil auch um spezielle Wertmarken, die bei einem Besuch der Fuchsbau-Ausflugsstätte beim ihrem damaligen Besitzer Martin Walberg eingelöst werden konnten. "Solche Wertmarken kannten wir bislang nur aus größeren Städten. Dass es die auch in Osterburg gegeben hat, ist für mich völlig neu", sagte Frank Hoche.

"Neue Strategie geht voll und ganz auf."

Die neuen Exponate finden Platz in einem Museum, das sich mit Blick auf 2013 über eine gestiegene Besucherzahl freuen konnte. 6827 Gäste und damit 481 mehr als 2012 schauten sich im vergangenen Jahr in den Räumen des an der Breiten Straße gelegenen Hauses um. Einen wesentlichen Grund dafür sieht Frank Hoche in der neuen Strategie seiner Einrichtung, sich in große Stadtereignisse einzuklinken. "Die Überlegung, während des Spargelfestes und während des Weihnachtsmarktes zu öffnen, ist voll und ganz aufgegangen", sagt er.

Zudem seien die von Bürgermeister Nico Schulz und dem Stadtinfo-/Bibliotheksteam um Anette Bütow forcierten Tourismus- und Marketingbestrebungen spürbar, "bei uns waren mehr Reisegruppen zu Gast." Und neben Publikumsmagneten wie der Gymnasiumsschau "Denkanstößiges" oder den beiden Ausstellungen der Kreisvolkshochschule wirkte sich 2013 auch der Osterburger Ostermarkt deutlich auf die Besucherzahl aus, macht Hoche deutlich: "Allein beim Markt haben wir fast 1700 Gäste gezählt."