305 Einwohner aus Seehausen und Umgebung deckten sich im vorigen Jahr in der Stadtbibliothek mit reichlich Lesematerial ein. Die Verleihstätte konnte auch mit zahlreichen Neuanschaffungen aufwarten. Für die Zuschüsse vom Land und von der Kommune erstand Bibliotheksmitarbeiterin Margot Duffe Bücher, Bücher und nochmals Bücher.

Seehausen. Margot Duffe und Ingrid Jabke ziehen eine positive Bilanz des Jahres 2010. 305 eingeschriebene Benutzer zählten sie, 2009 waren es 286. Insgesamt 4671 Mal liehen die Nutzer etwas aus – 2339 Medien nahmen Kinder mit nach Hause und 2332 die Erwachsenen. Außerdem vermerkten die Bibliotheksmitarbeiter 62 Neuanmeldungen. 45 Seehäuser nahmen das Internet in Anspruch. "Man merkt, dass jetzt immer mehr Leute Internet zu Hause haben", so Duffe, "und durch die Vormittagsbesuche der Schulen ist der PC laufend in Betrieb."

Baumhaus ist komplett

Im vergangenen Jahr erhielt die Bibliothek 900 Euro Fördermittel des Landes Sachsen-Anhalt, das ausschließlich den Kindern und Jugendlichen zugute kommen und in das Antolin-Projekt eingebunden werden sollte. So wurden die Serien "Das magische Baumhaus", Erhard Dietls "Olchis" und Knisters "Hexe Lilli" vervollständigt. Auch der neue Renner, Jeff Kinneys "Gregs Tagebuch", wurde um einen weiteren Band ergänzt, was die jungen Leser freuen dürfte.

"Es gab schon das ganze Jahr Nachfragen, ob wir neue Medien bekommen", erzählt Margot Duffe, "und die Stammkunden bekamen sofort mit, wenn es etwas Neues gab." Zum Jahresende erhielt die Einrichtung noch 1000 Euro von der Stadt. Das Geld setzten die Bibliotheksmitarbeiterinnnen in gefragte Literatur um, beispielsweise Ken Folletts "Sturz der Titanen", Stephenie Meyers "Bis(s) zum ersten Sonnenstrahl", Iny Lorentz‘ "Ketzerbraut", Isabell Allendes "Insel unter dem Meer" und Ildyko Kürthys "Endlich". Für die Hörbuchfreunde kam der Krimi "Erbarmen" von Jussi Adler-Olsen hinzu.

Von den Neuanschaffungen stehen derzeit gerade einmal vier Bücher im Regal, alle anderen Medien sind ausgeliehen. Und: Hoch- oder Tiefzeiten kennt Margot Duffe für ihre Einrichtung nicht. Die Nutzer kommen im Grunde regelmäßig, und natürlich gibt es auf heißbegehrte Bücher Vorbestellungen. "Wir plädieren dafür, dass Kinder über sieben Jahre eine eigene Karte haben", regt Duffe an. Der Kontakt zur Grund- und Sekundarschule, informiert sie weiter, war auch 2010 sehr gut. Gerade läuft ein Schreibprojekt mit Diana Kokot in der Sekundarschule. Die Sekundarschüler besuchten auch Lesungen in der Bibliothek.

Lage ist wieder ernst

Nichtsdestotrotz stellte Bürgermeister Ewald Duffe bei seinem Besuch am Montag fest, dass die Lage aufgrund der angespannten Finanzlage der Stadt ernst ist. "Wir sind froh, dass diese kleine Einrichtung noch existiert", merkt Ingrid Jabke an. "Aber vor zehn Jahren war die Lage auch schon ernst. Wir wollen hoffen, dass die Bibliothek noch lange bestehen bleibt."