Der Osterburger Hilliges-Platz soll ein neues Gesicht erhalten. Bei der künftigen Gestaltung ist sich die Kommune mit dem zuständigen Planer weitgehend einig. Ob, wie zu früheren Zeiten, ein Brunnen das Areal schmückt, ist noch offen.

Osterburg l Seit 1824 ist der zentrale Platz in Osterburg bebaut. Das Kreiskulturhaus rückte 1969 an die Stelle, an der das damalige Schützenhaus der Biesestadt viele Jahrzehnte den Platz prägte. "Dort befand sich die Schießbahn der Schützengilde", sagt Frank Hoche. "Das Gebäude diente später, in den 1920er Jahren, als Vereinslokal der SPD", weiß der Kreismuseums-Chef weiter zu berichten. Ende des 19. Jahrhunderts musste die Gilde umziehen und hat seitdem auf dem Fuchsbau ihr Domizil.

"Ein Stück Geschichte verloren gegangen"

Mittlerweile sind auch die Zeiten des Kreiskulturhauses Geschichte. Von 1969 bis 1994 gehörte es gerade mal ein Vierteljahrhundert zur Stadt-Historie. Mit ihm verlor Osterburg nicht nur eine Kulturstätte, sondern auch den markanten Springbrunnen, der den innerstädtischen Platz an der Breiten Straße auch durch seine Größe einen wesentlichen Charakter verlieh. "Viele Einwohner haben sich nach ihm erkundigt", erinnert sich Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose, der mehrere Anfragen an den damaligen Bürgermeister Hartmuth Raden stellte. Die Informationen kamen jedoch eher zähflüssig. Und Gose "ermittelte" selbst. "Es hieß immer: Er ist eingelagert." Das war er auch. Zunächst in einer der Stadtwerke gehörenden Lagerhalle auf dem Osterburger Drescherhof, dann bei den an der Ballerstedter Straße gelegenen Stadtwerken selbst. Es bestand die Hoffnung, dass das Wasserspiel noch existierte. Die Recherchen endeten jedoch mit einer Ernüchterung: "Er wurde entwendet." Osterburgs Ortsbürgermeister ließ sich die Straftat bestätigen, nahm Kontakt zur Polizei auf. Deren Spur führte ins benachbarte Bundesland Niedersachsen. Allerdings konnte dem Verdächtigen, der es sicherlich auf die Kupfer-Bestandteile abgesehen hatte, die Tat nicht nachgewiesen werden.

"Den Verlust des Springbrunnens bedauere ich natürlich sehr. Damit ist auch ein Stück Stadtgeschichte verloren gegangen", sagt Gose, der sich auf dem neu zu planenden Areal vor der Stadtpassage mit einem Nachfolger oder einer Fontäne anfreunden könnte. "Das würden sich viele Osterburger wünschen", weiß er aus Gesprächen mit den Einwohnern. Zwar sind die Planungen schon weit fortgeschritten, aber ein Detail könnte sicherlich noch mit eingearbeitet werden, wenn es die Mehrheit des Stadtrates wünscht, ist sich der Ortsbürgermeister sicher.

In diesem Zusammenhang lobt Klaus-Peter Gose die bisherigen Diskussionen zur Neugestaltung des Hilliges-Platzes, auf dem sich viel Grün wiederfinden soll. "Die Planung wurde gewissenhaft vorbereitet. Wir haben einen guten Konsens gefunden." Planer Guido Cierpinski sowie Stadt- und Rahmenplaner Henri Gnauert hätten mit ihren Ideen maßgeblich zu einer guten Lösung beigetragen, die jedoch noch das Votum der Mitglieder des Stadtrates der Einheitsgemeinde benötigt. Dieser entscheidet auf seiner Sitzung am 30. Januar über die Sanierungspläne. Noch in diesem Jahr könnte das Gelände auf Vordermann gebracht werden. Jedenfalls der erste von zwei geplanten Abschnitten. Dieser bezieht sich größtenteils auf den Vorplatz der Stadtpassage. Die Fortsetzung ist für 2015 angedacht: Dann könnte der Bereich vor dem Promenaden-Kaufhaus aufgewertet werden.

Städtischer Anteil bei 30 Prozent

Beide Abschnitte sind mit je rund 600000 Euro kalkuliert, wobei die Hansestadt von Fördermitteln profitieren könnte, die den Eigenanteil eines der wichtigsten Vorhaben 2014 auf etwa 30 Prozent schmälert.

Bilder