Von einem hohen Niveau, was sowohl die Berichterstattung und Teilnahme als auch die Disziplin der Kameraden angeht, war die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Rossau am Freitag gekennzeichnet.

Rossau l Ortswehrleiter Enrico Brun rief seinen Leuten noch einmal den Ablauf des Jahres 2013 ins Gedächtnis, das für sie nicht brandheiß war, ihnen doch immerhin elf Einsätze bescherte, die allesamt technische Hilfeleistungen waren. Diese reichten von der Befreiung einer Ärztin mit ihrem Auto aus einer tiefen Schneewehe über die Unterstützung des Rettungsdienstes beim Transport von Patienten und dem Beseitigen von umgestürzten Bäumen bis zum Einsatz beim Elbehochwasser im Sommer, wo unter anderem in Osterholz und Berge Deiche zu sichern waren.

Gerätehaus weist bauliche Mängel auf

Sonstige Aufgaben wie regelmäßige Dienstversammlungen, praktische Übungen, Überprüfung der feuerwehrtechnischen Ausrüstung, Sommer- sowie Winterreinigung (Jahresüberprüfung) des Gerätehauses und anderes seien erfüllt worden, schätzte der Wehrleiter ein. Zwar habe es bei der Einsatztechnik keine Beanstandungen gegeben, doch seien am Gerätehaus Feuchtigkeit in den Wänden und Schäden am Dach festgestellt worden.

Zufrieden äußerte sich Brun über Anschaffungen zur Verbesserung des Brand- und Katastrophenschutzes: zum Beispiel Einsatzstiefel, eine Schnittschutzhose und einen Bohrbrunnen am Sportplatz mit guter Wasserleistung. Für die Stadtmeisterschaft der Feuerwehren sei man Gastgeber gewesen, habe das gesellschaftliche und kulturelle Leben im Dorf weiter mitbestimmt und für Geselligkeit in den eigenen Reihen gesorgt. Wichtig sei die Gründung des Feuerwehrfördervereins gewesen.

Für den krankheitsbedingt abwesenden Leiter der Jugendfeuerwehr Detlef Apholz erstattete der stellvertretende Wehrleiter Ralf Böllstorf Bericht über die Arbeit des Feuerwehrnachwuchses. Die jungen Kameraden hätten sich beim Sportfest in Osterburg, bei der Stadtmeisterschaft, bei der Fahrradrallye in Wollenrade und bei der Nachtwanderung in Lückstedt recht ordentlich präsentiert. Es sei kein einfaches "Hobby", das sich die Jungen und Mädchen ausgesucht haben und dabei schulische Belastungen und jugendlichen Tatendrang unter einen Hut bringen müssten.

In der Versammlung kamen auch die Gäste zu Wort. Osterburgs Einheitsgemeindebürgermeister Nico Schulz dankte den Kameraden für ihr Engagement bei den Einsätzen zum Schutz von Leben und Gesundheit. "Wo Hilfe notwendig war, da waren Sie zur Stelle; das zeigten nicht zuletzt die Einsätze beim Hochwasser. Die Gründung eines Fördervereins war der richtige Weg angesichts der immer knapper werdenden finanziellen Mittel."

In der Einheitsgemeinde angekommen

Die Feuerwehr sei in der neuen Einheitsgemeinde gut aufgenommen worden, flocht Ortbürgermeister Bernd Drong in seine Dankesworte ein, der gern für einen Rossauer einen Sitz im neuen Stadtrat hätte. Außerdem: "Dinge, die wir verändert haben wollen, dauern sehr lange, bis sie realisiert sind. Wir als Ortschaftsrat wünschen uns deshalb mehr Befugnisse bei der Lösung von Pflichtaufgaben. Ohne Feuerwehr ist das gesellschaftliche Leben im Ort undenkbar."

Ein dickes Lob hatte Stadtwehrleiter Sven Engel für die Rossauer: "Die Stadtmeisterschaften hatte ihr gut vorbereitet. Auf euch ist Verlass. Bei der Organisation der Strukturen der Feuerwehr stehen bedeutende Veränderungen ins Haus. Ein großes Problem wird weiterhin die Sicherstellung des Löschwasserbedarfs in den Ortschaften sein."

Thomas Pefestorff, Jugendwart der Wehren der Einheitsgemeinde, würdigte die Arbeit der jungen Rossauer Kameraden und stellte das Sportfest Mitte des Jahres und das schon traditionelle Zeltlager im August in Werben in Aussicht. "Aber auch in Rossau soll etwas gemacht werden. Arbeitet zusammen und ordentlich miteinander."

Sechs Jahrzehnte bei den Brandschützern

Für ihre sechzigjährige Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr Rossau wurden Oberbrandinspektor Otto Böllstorf und Brandmeister Horst Wilke mit Ehrennadeln und Präsenten geehrt. Rüdiger Kusch, der auch über die Gründung des Fördervereins berichtet hatte und dessen Vorsitzender ist, konnte sich die Bemerkung nicht verkneifen: "Das 60-jährige Engagement der Kameraden in der Feuerwehr sollte von staatlicher Seite gebührend gewürdigt werden, wobei die Betonung auf gebührend liegt. Darüber sollte man sich ernsthaft Gedanken machen."