An der August-Bebel-Straße in Osterburg entsteht ein neues Reihenhaus. Das Vorhaben der Wohnungsgenossenschaft sorgt aber auch für Beeinträchtigungen. Denn durch die Einzäunung der Baustelle wurde eine Straße zur Sackgasse.

Osterburg l Seit wenigen Tagen wühlt sich an der August-Bebel-Straße ein Bagger ins Erdreich. Schon zeichnet sich auf dem Standort eines vor Jahren abgerissenen Neubaublockes deutlich die Grundfläche eines zukünftigen Reihenhauses ab, das nach seiner Fertigstellung acht jeweils 65 Quadratmeter große barrierfreie und altengerechte Wohnungen beherbergen wird. Hinter dem Projekt steht die Osterburger Wohnungsgenossenschaft, die rund 800000 bis 900000 Euro in den Neubau investiert.

Im Sommer soll das neue Reihenhaus von den Mietern bezogen werden. Befürchtungen, dass die jeweils auch mit eigener Terrasse ausgestatteten Wohnungen leer bleiben, hat Wolfhard Schulz nicht. Ganz im Gegenteil: "Es gibt eine große Nachfrage. Nicht nur von Osterburgern, sondern auch von Einwohnern aus der Umgebung", sagt der Vorstand der Wohnungsgenossenschaft. Schulz stellte in diesem Zusammenhang klar, dass die Genossenschaft bislang noch keine Entscheidung über die Vergabe der Wohnungen getroffen habe.

"Wir hätten besser informieren können"

Obgleich gerade erst eingerichtet, verursacht die Baustelle bereits "Nebenwirkungen". Die gehen von der Einzäunung der Arbeitsstätte aus. In der aus Sicherheitsgründen vorgenommenen Absperrung befindet sich auch ein Teilstück einer Stichstraße, die von den Bewohnern des benachbarten Neubau-Blockes genutzt wird. Dass sich ihre Straße für sie überraschend und ohne vorherige Information in eine Sackgasse verwandelt hat, ärgert Anwohner Guido Köhler. "Jetzt muss man mit dem Auto auf engstem Raum wenden und die Rasenfläche vor dem Haus mit benutzen. Noch schlimmer aber ist, dass die Müllabfuhr aus nachvollziehbaren Gründen nicht mehr auf diese Straße fahren will", sagte er. Köhler erwartet zudem An- und Abfahrts-Probleme für Rettungskräfte, sollten diese Bewohnern des Hauses zur Hilfe kommen müssen.

Der Nachbarblock und das Grundstück gehören der Osterburger Wohnungsgesellschaft. "Wir hätten die Gesellschaft sicher besser über den Beginn der Arbeiten informieren können. Das ist ein bisschen unglücklich gelaufen", bedauerte Wolfhard Schulz gestern. Da die Einzäunung aber unumgänglich ist, dürfte sich an den Beeinträchtigungen in den nächsten Monaten nichts ändern. Davon ist auch die Wohnungsgesellschaft überzeugt. Sie reagiert mit einer Ausschilderung der Straße als Sackgasse. Außerdem erfolge eine Information an die Mieter, dass die Müllentsorgung während der Zeit der Bauarbeiten von der August-Bebel-Straße aus vorgenommen wird, hieß es gestern aus der Geschäftsstelle der Gesellschaft.

Ob sich die Probleme mit der Fertigstellung des Reihenhauses erledigen und die Stichstraße anschließend wieder auf voller Strecke befahrbar ist, bleibt abzuwarten. "Wir haben noch nicht entschieden, ob wir die Straße auf unserem Grundstück behalten oder nicht", sagte Wolfhard Schulz.