Zum vierten Mal in Folge hatte die Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck zum Neujahrsempfang eingeladen. Viele Gäste waren am Dienstag der Einladung ins Goldbecker Verwaltungsgebäude gefolgt. Ein Höhepunkt war die Übergabe von Urkunden und Medaillen an verdienstvolle Einsatzkräfte und Helfer im Kampf gegen das Juni-Hochwasser 2013.

Goldbeck l Die Geschwister Sophie und Paul Langnaese aus Tangerhütte sorgten - wie schon in den Vorjahren - mit instrumentalen Stücken, gespielt auf Keyboard und Trompete, für die musikalische Umrahmung beim Neujahrsempfang in Goldbeck. Zum Auftakt erklang ein beschwingter Rag-Time.

Dann begrüßte Verbandsgemeindebürgermeister Eike Trumpf die Gäste - unter anderem Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden, Mitglieder des Verbandsgemeinderates, Führungskräfte der Feuerwehren, Beschäftigte der Verwaltung und der Einrichtungen der Verbandsgemeinde (VG), die Schulleiter, Geschäftsleute aus der ganzen Region sowie Vertreter aus Behörden und Einrichtungen, die eng mit der VG zusammenarbeiten. Zu den Gästen zählten auch Landrat Carsten Wulfänger und Verwaltungsleiter aus benachbarten Verbands- und Einheitsgemeinden.

In seiner Ansprache ließ Trumpf zunächst das Jahr 2013 Revue passieren. Es sei für die VG von zwei Schwerpunkten geprägt gewesen.

"Noch zumutbare Fahrstrecken für Schüler"

Zum einen vom Hochwasser und zweitens vom Gerichtsbeschluss zur Aufhebung der Wahl zum Verbandsgemeinderat im Mai. "Durch das Hochwasser erlebten wir im Landkreis eine noch nie dagewesene Katastrophe, mit extremen Hochwasserständen, die sich niemand vorher denken konnte. Wir erlebten aber auch eine große Hilfsbereitschaft und Solidarität von außen und untereinander. Durch einen absolut gigantischen gemeinsamen Einsatz aller Einsatzkräfte gelang es den Deich zu halten und eine Katastrophe wie in Fischbeck zu verhindern. Darum gilt mein besonderer Dank allen Helfern, die sich in den Tagen des Hochwassers unermüdlich eingesetzt haben."

Das zweite Ereignis sei das Gerichtsurteil des Oberverwaltungsgerichts Magdeburg im Mai 2013 gewesen. Durch das Urteil wurde der Verbandsgemeinderat aufgelöst und durch den Landkreis ein Beauftragter, Karlheinz Schwerin, eingesetzt, der die Aufgaben des VG-Rates bis zur Konstituierung des neuen Rates nach der Neuwahl am 10. November übernahm. Für die Erfüllung dieser Aufgabe und die gute Zusammenarbeit in dieser Zeit bedankte sich Trumpf bei Schwerin mit einem Blumenstrauß. Die schwerste Entscheidung in dieser Phase, so der VG-Bürgermeister weiter, sei ganz sicher die über die Schließung mehrerer Grundschulstandorte gewesen. "Das ist für vier Mitgliedsgemeinden sicher bitter, aber dadurch sichern wir langfristig die Beschulung in der Fläche mit noch zumutbaren Fahrstrecken."

Auf die erneuten Wahleinsprüche zur Verbandsgemeinderatswahl ging der Verbandsgemeindebürgermeister nur kurz ein.

Steht Entscheidung zur Wahl kurz bevor?

"Wir warten die Bewertungen der Kommunalaufsicht und des Landeswahlleiters ab, um möglichst noch in diesem Monat über die Gültigkeit der Wahl zu entscheiden", informierte Trumpf. In seiner Rede gab der Verwaltungschef auch einen Ausblick auf 2014. "Wir werden wieder einige Wahlen durchführen müssen. Der Termin steht schon fest. Am 25. Mai finden die Kommunal- und Europaratswahlen statt." Die möglicherweise ebenfalls an diesem Termin aufgrund der erneuten Wahleinsprüche notwendige Wiederholug bzw. Neuwahl des Verbandsgemeinderates Arneburg-Goldbeck erwähnte Trumpf nicht.

Im Jahr 2014 sollte die gemeinsame Arbeit weiter erfolgreich fortgesetzt werden. Entstandene Strukturen sollten gefestigt und weiterentwickelt werden. Dabei liege ein Schwerpunkt bei der weiteren Qualifikation der Kameraden der Feuerwehren. Die Qualität der Ausbildung der Feuerwehrkräfte solle gesteigert werden. Aber auch die Einsatzbereitschaft der Wehren dürfe nicht vernachlässigt werden.

Ausbau des Radweges Arneburg-Billberge

Auch 2014, so der Redner weiter, würden in den Mitgliedsgemeinden wieder viele weitere Baumaßnahmen stattfinden, die die Infrastruktur weiter verbessern - "sowohl für die Bürger, aber auch für die vielen Gäste, die uns besonders im Sommer auf den Radwegen besuchen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Elberadweg zwischen Arneburg und Billberge."

Auf die Mitarbeiter der Verwaltung würden 2014 einige Herausforderungen zukommen. Als Beispiele nannte Trumpf die Umsetzung der Doppik (doppelte Buchführung) mit den Eröffnungsbilanzen für alle Gemeinden, die Weiterentwicklung des zentralen Gebäudemanagements und die Entwicklung der zentralen Anlagebuchhaltung. Ein besonderes Augenmerk würde auch auf die weitere Qualifizierung der Mitarbeiter gelegt. Eine Mitarbeiterin solle zur Energiebeauftragten weitergebildet werden.

Der Verbandsgemeindebürgermeister nutzte diesen Anlass, um sich bei allen Menschen zu bedanken, die sich in unterschiedlicher Weise für die Verbandsgemeinde, für das Wohlergehen und für eine gute Zukunft der Verbandsgemeinde und ihrer Mitgliedsgemeinden engagiert haben. Er nannte unter anderem die Frauen und Männer in sozialen Einrichtungen, die zahlreichen Stadt- und Gemeinderäte, die Menschen in den Sportvereinen, in der Kulturarbeit, in Verbänden und im politischen Leben, besonders die zirka 500 Kameraden in den Feuerwehren und Löschgruppen, die sich freiwillig in den Dienst der Allgemeinheit stellen.

Die feierliche Übergabe der Hochwassermedaillen an verdienstvolle Einsatzkräfte und Helfer im Einsatz gegen das Hochwasser der Elbe bildete den Abschluss des offiziellen Teils des Neujahrsempfangs. Anschließend blieben die Gäste noch bei einem Imbiss und angeregten Gesprächen beisammen.

   

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