Die Osterburger Sekundarschule "Karl Marx" fasst nach ihrer umfangreichen Sanierung ein weiteres großes Ziel ins Auge: Sie möchte sich zu einer Gemeinschaftsschule entwickeln.

Osterburg l Ein ehrgeiziges Ziel. Das weiß auch Volker Bütow. Dennoch ist der Leiter der 1978 eingeweihten Osterburger Bildungseinrichtung gelassen und blickt optimistisch nach vorne. "Wir haben auch in den vergangenen Jahren hinreichend Ehrgeiz gezeigt", sagt Bütow und erinnert unter anderem an die rund zweieinhalb Jahre dauernde Modernisierungsphase, die dem Gebäude ein neues Gesicht verlieh. Die Einweihungsfeier im November ist den Pädagogen und Schülern noch bestens in Erinnerung.

Sowohl Bütow als auch Frank Bögner, Mitglied der neu gebildeten Arbeitsgruppe "Gemeinschaftsschule", schätzen die Chancen als "sehr realistisch" ein. Und der Schulleiter ist sich sogar sicher, dass der Wechsel zur Gemeinschaftsschule kommen wird. "Er ist auch politisch gewollt". Für Kunstlehrer Bögner ist die neu auserkorene Schulform "längst überfällig". Die Kinder und Jugendlichen der Einrichtung sollen noch intensiver als bisher auf die Zeit nach der Schule vorbereitet werden. Was heißt: Das Augenmerk gilt mehr denn je der Berufsvorbereitung.

Differenzierter Unterricht

Der Weg wurde bereits im Vorjahr bei der Gesamtkonferenz geebnet. Pädagogen, Elternvertreter und Schüler stimmten für den Schritt. Die Lehrer, die sich fast täglich mit dem neuen pädagogisch-organisatorischen Konzepten auseinandersetzen und mit Ideen ausfüllen, sind sich einig, dass die Gemeinschaftsschule gegenüber dem aktuellen Leitbild der Sekundarschule Vorteile bringen wird. "Die Schüler werden optimal und individuell gefördert", ist sich Bütow sicher. Das Kollegium der Einrichtung ist gefordert, um das Ziel, ab dem Schuljahr 2014/15 mit einer fünften Klasse den Wechsel zu beginnen, zu erreichen. Nicht nur das neue Konzept kommt auf den Tisch. Gespräche mit dem Schulträger und dem Verwaltungsamt müssen geführt werden. Parallel zum Unterricht besuchen die Pädagogen Fortbildungskurse. Und langfristig strebt die an der Ballerstedter Straße gelegene Bildungsstätte eine Kooperation mit einer Berufsbildenden Schule an. Ein ganz wichtiger Punkt, wie Bütow und Bögner gestern unterstrichen. Der künftige Unterricht widmet sich noch gezielter der Berufsvorbereitung oder sich anschließender Abschlüsse.

Mit der Gesamtschule wird der differenzierte Unterricht in der Schule eingeführt. Ein Team aus mehreren Lehrern steht dann der jeweiligen Jahrgangsstufe - zu Beginn nur den fünften Klassen - zur Verfügung, wobei es auch "weiterhin einen zuständigen Klassenlehrer" geben wird. "Innerhalb der Klassenstufe findet übergreifendes Arbeiten statt. Schüler aus der Förderstufe werden ebenso gefördert wie Schüler, die die gymnasiale Oberstufe anstreben", blickt Frank Bögner voraus. "Und wir haben mit unseren modernen Räumen dazu die besten Voraussetzungen."

Eine Konkurrenz-Situation beispielsweise zum Markgraf-Albrecht-Gymnasium sieht Volker Bütow nicht. Zum einen haben auch künftig Schülerinnen und Schüler die Chance, an das Gymnasium zu wechseln, was derzeit kaum der Fall sei. Zum anderen wird der Unterricht der gymnasialen Oberstufe in Zusammenarbeit mit einer anderen Schule, der künftigen Partnerschule, die sich auf die Berufsbildung spezialisiert, geführt werden. Nach der Gemeinschaftsschule steht den Abgängern die Berufsschule, die Berufsfachschule und die Fachoberschule offen.

"Ziel ist es auch, die Abbrecher-Quote im Rahmen der Berufsausbildung zu minimieren", sagt Bütow und hofft, dass sich mit der Gemeinschaftsschule die Akzeptanz der biesestädtischen Einrichtung erhöht.