Die Nordpromenade in Osterburg mit den angrenzenden Wegen nahe der Biese lädt geradezu zu Spaziergängen oder Radtouren ein. Allerdings gibt es einen Stör-Faktor: Ab und an durchfahren Autos diesen Bereich.

Osterburg l Dabei ist die Nordpromenade eine verkehrsfreie Zone. Stadtrat Thorsten Schulz hat kein Verständnis dafür, dass der Weg, der als eine Verbindung zum Osterburger Biesebad und weiterführend über die Schwiegermutterbrücke gen Krumke reicht, befahren werden muss. Das Verkehrsschild belegt: Es handelt sich bei der Nordpromenade um einen kombinierten Rad- und Gehweg.

Seinen Unmut äußerte Schulz schon desöfteren in den Stadtrats-Sitzungen und verwies darauf, dass die mit Fördermitteln hergestellte Strecke nicht für Fahrzeuge ausgelegt ist und dementsprechend beschädigt wird. Das sei schon an den Wabengittern, die als Seitenbegrenzung des Weges dienen, zu sehen, die nicht mehr den besten Eindruck machen würden.

Kfz-Kennzeichen notieren und melden

Spricht Thorsten Schulz die Schäden an, die regelmäßiges Befahren dieses Bereiches verursacht, kritisieren Spaziergänger die Belästigungen durch den Fahrzeugverkehr. Osterburgs Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose wurde dahingehend schon oftmals von Bürgern angesprochen, die ihm ihr Leid klagten. "Das ist schon seit einigen Jahren ein Ärgernis", gibt er zu. Er zeigt natürlich Verständnis dafür, dass der Betreiber des Biesecafés für die Belieferung und Entsorgung diesen Bereich mit seinem Fahrzeug nutzen muss. Allerdings hätte der Unternehmer in der Vergangenheit eine Aufgabe vernachlässigt: Die Sache mit der an der Jüdenstraße gelegenen Poller-Anlage. Oftmals sei der mittlere Poller im Boden versenkt und damit ohne Funktion.

"Wir hatten mit dem Betreiber des Cafès im Dezember ein längeres Gespräch", sagt Matthias Frank, Ordnungsamtsleiter der Einheitsgemeinde Osterburg, der zugibt, dass es bereits die eine oder andere Beschwerde gab. Es sei noch einmal in aller Deutlichkeit erklärt worden, dass die Poller nach der Durchfahrt wieder hochgefahren werden müssen, um anderen Fahrzeugen die Einfahrt in die Nordpromenade zu verhindern. Dieses Problem kennt Frank zur Genüge. Nur die wenigsten Anlagen in der Biesestadt würden seiner Meinung nach ordentlich bedient werden und größtenteils eine Zufahrt zu den eigentlich gesperrten Wegen oder Grundstücken gewährleisten.

Der Ordnungsamtsleiter gibt den Tipp, sich das Kfz-Kennzeichen des Fahrzeugs zu notieren, das im Bereich der Nordpromenade oder anderer ausgeschriebener Fuß- und Radwege unterwegs ist, um es dann zu melden.

Biesecafé-Betreiber Jörg Schütze kann den Unmut gegenüber seiner Person nur teilweise nachvollziehen. Er werde sich bemühen, die Anlage nach dem Betrieb wieder ordnungsgemäß zu schließen. Jedoch macht er den Einwand, dass auch von Seiten der Poststraße und von der Breiten Straße (Monsator-Gebäude) die Einfahrten oftmals befahrbar und die Poller dementsprechend nicht oben seien.