Auch die Verbandsgemeinde Seehausen lässt in Sachen Einwohnern weiter Federn. Mit einem Minus von 208 auf 10419 in den vergangenen zwölf Monaten im Vergleich zum ähnlich "bevölkerungsreichen" Osterburg (10484/-113) und gemessen am Vorjahresverlust von -122 sogar vergleichsweise viel.

Seehausen l Ausgerechnet die kleinste Kommune in dem Großgebilde aus fünf Mitgliedsgemeinden sorgt für die heftigsten Verluste - sowohl in absoluten Zahlen als auch prozentual gesehen. Insgesamt 70 Einwohner büßte die Altmärkische Wische nach Angaben aus dem Einwohnermeldeamtes mit ihren vier Dörfern ein. Allein in Falkenberg ist ein Minus von 36 Bürgern zu beklagen .

Während in anderen Kommunen der Einwohnerschwund zu einem Großteil am Missverhältnis von Sterbefällen und Geburtenrate festzumachen ist, kehrten der Gemeinde Altmärkische Wische 2013 gleich 90 Leute den Rücken, während nur 32 zuzogen. 15 Sterbefälle bei drei Geburten sorgen für das negative Endergebnis.

Nur zehn von 47 Ortsteilen konnten minimal bei den Einwohnerzahlen zulegen, 7 schlossen das Jahr mit +/-0 ab, der Rest erlitt mehr oder weniger Verluste. Während sich Männer und Frauen im Gesamtgebilde nahezu die Waage halten, gibt es in den Orten große Unterschiede. Der höchste Männerüberschuss (siehe Grafik rechts) ist offenbar in Geestgottberg und Bretsch zu verzeichnen, wogegen in der Hansestadt Seehausen das vermeintlich schwache Geschlecht rein zahlenmäßig die Oberhand genießt. Priemern läuft wegen des dortigen Heimes vom Therapeutischen Zentrum in der Beziehung sozusagen außer der Wertung.

Standortfaktoren lassen zu wünschen übrig

Die Zahl der Ausländer im Gebiet der Verbandsgemeinde (die meisten wohnen in Seehausen) ist mit 89 relativ konstant geblieben. Für das Plus von 6 Frauen und Männern sorgten Zuzüge, aber auch eine Geburt.

Verbandsgemeindebürgermeister Robert Reck ist über den 2013er Verlust natürlich nicht glücklich. Der Statistiker im Wirtschaftsingenieur will ihn aber auch nicht überbewerten, ohne die Zahlen zu hinterfragen. So weist er darauf hin, dass im Verbandsgemeindegebiet beispiesweise nur 66 Kinder das Licht der Welt erblickten, während 153 Einwohner beerdigt werden mussten. Wieviele Bürger, fragt er sich weiter, haben (vorranging in kleinen Orten) nur ihren Zweitwohnsitz in der Verbandsgemeinde, leben aber trotzdem ein Großteil des Jahres in der Altmark? Wieviele Einwohner sind zum Beispiel aus Altersgründen nur kurz hinter die Gemeindegrenzen zu ihren Kindern gezogen, bleiben aber der Region erhalten?

Hoffnungsvoll findet Robert Reck dagegen, dass es auch Beispiele junger Familien gibt, die wieder gezielt in ihre Heimat ziehen, was sich mit einer schnellen Autobahnanbindung oder einem leistungsfähigen Breitbandanschluss ohne weiteres ausbauen ließe.