Zur ersten Sitzung im neuen Jahr kamen die Mitglieder des Seehäuser Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus, Soziales und Kultur um Helmut Günther am Montagabend im Ratssaal zusammen.

Seehausen l Im ersten Punkt ging es um regionale Wertschöpfung mit regenerativen Energien. Zu dieser Thematik waren Fachleute geladen, die aus ihren Erfahrungen mit dem Bau und dem Betrieb von vorwiegend fotovoltaischen Anlagen für das Gelingen des Projektes für die Modellregion Arendsee-Seehausen von Interesse sein dürften.

Ausgehend von der These, dass die Energiewende in Deutschland nur unter starker Mitwirkung der Bürger und der Kommunen gelingen wird, nahmen als erstes Dr.Ernst Allhoff und Lothar Lehmann aus Salzwedel das Wort. Beide sind Vorstandsmitglieder der BürgerEnergieAltmark eG (BEA), einer Energiegenossenschaft. Auf der Bauschuttdeponie (Konversionsfläche) des ehemaligen Chemiewerkes in Salzwedel bauten sie eine Solaranlage mit einer installierten Leistung von 750 Kilowatt in der Spitze. Diese Energie wird aus 3118 Modulen bereitgestellt, die auf einer gepachteten Fläche von rund 1,8 Hektar stehen.

Eine Genossenschaft betreibt die Solaranlage

Die erzeugte Energie reicht etwa für 250 Haushalte. Nach etwa 16 bis 18 Jahren soll sich die Anlage amortisiert haben. Seit September 2012 ist die Anlage am Netz und läuft zur Zufriedenheit der Genossenschaft, die ihren Mitgliedern preiswerte elektrische Energie anbieten kann.

Etwa zur gleichen Zeit wurde mit gleicher Zielsetzung auf Initiative der Volksbank Stendal die Energie-Genossenschaft Stendal gegründet. Sie betreibt unter anderem die große Fotovoltaikanlage in der Gemarkung Schernikau auf der ehemaligen Radarstation mit einer Leistung von maximal 450 KW. Viele Bürger sind bereits Anteilseigner, zumal eine angestrebte Rendite von drei Prozent und langfristig festgelegte Preise für Elektroenergie recht lukrativ erscheinen. Zu dieser Energiegenossenschaft Stendal sprach der Fachmann Hans-Peter Potrolnik von der Firma Öko-Sun-Solartechnik aus Baben, der auch zu vielen fachspezifischen Fragen Rede und Antwort stand.

Zu Fragen der Förderung und der Begleitung des Aufbaues der energetischen Modellregion Altmark mit den Kernkommunen Arendsee und Seehausen äußerten sich der Dipl.-Ing.-Architekt Ulrich Peickert von der Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt und Projektkoordinator Heiko Böker vom Innovations-und Gründerzentrum BIC Altmark. Eine Aufstellung über die in der Altmark produzierte Energie zeigte auf, dass bereits die Hälfte der benötigten Energie in der Region dezentral selbst erzeugt wird.

Produzierte Energie besser vor Ort nutzen

In der Diskussion bemerkte Ausschussmitglied Walter Fiedler, dass es sinnvoll ist, wenn die produzierte Energie vor Ort genutzt wird, da die Einspeisevergütungen stetig im Schrumpfen sind. Beide Bürgermeister, mit denen im Vorfeld zu dieser Veranstaltung gesprochen wurde, zeigten sich erfreut, dass Seehausen zu der energetischen Modellregion gehört. Regelmäßige Zusammenkünfte mit Teilnehmern der Modellregion sind geplant. "Die Veranstaltung hat gezeigt, wie wichtig auch für uns die dezentrale Energiegewinnung und ihre Nutzung vor Ort sind. Das ist unser Ziel", so die abschließenden Worte des Ausschussvorsitzenden Helmut Günther.

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