Linda Jörke ist Schulsprecherin und Vorsitzende des Schülerrates am Markgraf-Albrecht-Gymnasium Osterburg. "Ich habe anfangs nicht vermutet, dass diese Tätigkeit so umfangreich und vielfältig ist", sagt die Krüdenerin.

Krüden/Osterburg. Wer Linda Jörke in ihrer Klasse oder auf dem Schulhof begegnet, dem fällt ihre Aufgeschlossenheit und fröhliche Art auf. Sie hat Freude am Lernen und Pläne für ihre berufliche Zukunft. Medizin möchte sie später studieren. Um die schulischen Voraussetzungen für ein möglichst gutes Abitur zu legen, nimmt sie gern die tägliche Fahrt von ihrem Heimatort Krüden nach Osterburg in Kauf, wo sie die 10. Klasse des Markgraf-Albrecht-Gymnasiums besucht. Doch nicht nur der Unterricht und das Zusammensein mit ihren Freunden prägen Lindas Alltag.

Eine Reihe von weiteren wichtigen Aufgaben bestimmt seit Beginn dieses Schuljahrs das Leben der 15-Jährigen. Linda Jörke ist nämlich Schulsprecherin und Vorsitzende des Schülerrates am Osterburger Gymnasium. Eine verantwortungsvolle Funktion, denn damit ist sie die wichtigste Interessenvertreterin der Schüler in der Gesamtkonferenz und gleichzeitig jeden Tag auch Ansprechpart- nerin für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler.

"Ich habe anfangs nicht vermutet, dass die Tätigkeit als Schülersprecherin so umfangreich und vielfältig ist. Es geht nicht nur darum, die Schülermeinung zu bestimmten und Themen zu erfragen und zu vertreten, sondern ich bin auch bei allen offiziellen Terminen der Schule mit dabei und löse meine Aufgaben in enger Zusammenarbeit mit der Schulleitung. Dadurch habe ich inzwischen auch viel mehr Einblick in manche Problemkreise und kann an Entscheidungen mitwirken. Das bedeutet für mich eine hohe Verantwortung", erklärt Linda und gesteht, dass sie vor ihrer ersten Rede, die sie auf einer Schulveranstaltung halten sollte, sehr aufgeregt war. "Aber das gibt sich mit der Zeit, man bekommt immer mehr Selbstsicherheit. Außerdem macht mir die Arbeit als Schulsprecherin wirklich Spaß. Ich identifiziere mich mit dem Gymnasium und zeige das auch."

Besonders freut sich Linda darüber, dass sie akzeptiert und ihre Arbeit anerkannt wird. Bevor sie Vorsitzende des Schülerrates wurde, war sie zwei Jahre Klassensprecherin. Hier sammelte sie erste Erfahrungen in der ehrenamtlichen Arbeit. Als sie sich für die Funktion als Schulsprecherin zur Wahl stellte, bekam sie das Vertrauen ihrer Mitschüler. Ihnen fühlt sich Linda verpflichtet, und daher pflegt sie einen engen Kontakt zu den anderen Klassensprechern, um so auch immer zu wissen, welche Fragen in den einzelnen Klassen diskutiert werden.

35 Klassensprecher gehören dem Schülerrat des Markgraf-Albrecht-Gymnasiums an. Sie treffen sich regelmäßig. Gegenwärtig geht es um die Gestaltung eines neuen Schulprogramms. Die Kinder und Jugendlichen können hier ihre Ideen und Anregungen einfließen lassen. Linda möchte, dass unter anderem die Öffentlichkeitsarbeit noch wirksamer gestaltet wird. Dazu wünscht sie sich beispielsweise eine regelmäßig erscheinende Schülerzeitung und den weiteren Ausbau der Schul-Homepage.

Ihre Arbeit als Schulsprecherin fordert von der 15-Jährigen viel Zeit und Energie. "Ich finde es aber gut und richtig, dass sich junge Leute engagieren. Schließlich geht es hier ja auch um uns, um unsere Interessen und eine möglichst gut funktionierende Zusammenarbeit mit allen schulischen Partnern. Dafür setze ich mich gern ein", betont Linda Jörke. Sie weiß, dass sie im Schülerrat viele Gleichgesinnte hat und erfährt außerdem die Unterstützung ihrer Familie.

Neben den täglichen Fahrten zwischen Osterburg und ihrem Heimatdorf, neben Unterricht und Tätigkeit als Schulsprecherin bleibt Linda wenig Freizeit. Doch diese Zeit, die sie noch für sich hat, nutzt sie gern zum Lesen, Klavier spielen oder verbringt sie am liebsten mit ihren Freunden.