Wenn in wenigen Tagen das erste Schulhalbjahr 2013/14 seinen Abschluss findet, endet auch für Editha Schmundt ein wichtiger Lebensabschnitt. Die Osterburger Grundschulleiterin verabschiedet sich aus dem Schuldienst.

Osterburg l "Das ist kein leichter Schritt. Immerhin hätte ich im Sommer 2014 mein 40jähriges Dienstjubiläum als Lehrerin begangen. Deshalb sehe ich dem letzten Schultag vor den Winterferien auch mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. Je näher dieser Tag rückt, umso mehr Herzklopfen verspüre ich", gesteht die Pädagogin, der man nur schwer glauben kann, dass ihr Ruhestand demnächst beginnen soll.

Lehrerberuf war eine Herzensangelegenheit

Als Lehrerin tätig zu sein, war für Editha Schmundt stets eine Herzensangelegenheit, obwohl sie ursprünglich einen anderen Beruf ergreifen wollte. Doch dann ließ sie sich von einer Freundin überreden und beide bewarben sich für das Unterstufenlehrer-Studium. Editha wurde angenommen, ihre Freundin allerdings nicht.

Nach ihrem Abschluss kam die junge Lehrerin mit der Fachausbildung Sport durch Liebe und Heirat zurück in die Altmark, wurde in Späningen ansässig. Hier konnte sie ihre erste Stelle antreten und später sogar die Schulleitung übernehmen, die sie behielt, bis die Späninger Bildungsstätte geschlossen wurde.

1998 wechselte Editha Schmundt nach Osterburg und leitet seither die Grundschule in der Hainstraße. Auf die positiven Veränderungen, die unter ihrer Führung erreicht wurden, ist die Direktorin stolz, sieht sich aber nicht als "Einzelkämpferin", sondern betont nachdrücklich, dass sie sich auf ihr Lehrer-Kollegium stets verlassen konnte.

"Es war eine ziemliche Umstellung für mich, als ich von der kleinen Schule in Späningen mit gerade mal 25 Kindern zur Hainschule kam, in der die Schülerzahlen deutlich höher lagen. Ich war ich froh und dankbar, damals mit Günter Köhnke einen erfahrenen Stellvertreter und Pädagogen an der Seite zu haben, der mir besonders in den ersten Monaten eine hilfreiche Unterstützung gewesen ist." In all den Jahren, die Editha Schmundt auf dem "Direktoren-Sessel" verbrachte, lag ihr die positive Lern- und Arbeits-Atmosphäre an der Schule, in der gegenwärtig 224 Mädchen und Jungen unterrichtet werden, besonders am Herzen.

Kein Wunder also, wenn sie bekennt: "Ich fahre jeden Tag mit Freude nach Osterburg zur Arbeit, und dass wir alle an einem Strang ziehen, um das Beste für Schüler und Schule zu erreichen, bestärkt mich in dem, was ich tue."

Zahlreiche Herausforderungen galt es im Schulalltag zu meistern und unverhofft auftretende Probleme zu lösen. Dazu gehörten jene Wochen, als der reibungslose Ablauf des Unterrichts organisiert und abgesichert werden musste, während zur gleichen Zeit Bauarbeiten im Schulgebäude stattfanden.

Langjähriges Hobby soll nicht zu kurz kommen

Aber auch viele positive Momente prägen die Erinnerungen von Editha Schmundt, sodass sie "ihrer Schule" und den vertrauten Mitstreitern auch in Zukunft verbunden bleiben möchte. Immerhin gibt es in diesem Jahr noch ein wichtiges Jubiläum zu feiern - das 120-jährige Bestehen der Schule. Außerdem haben die Vorbereitungen für ein Zirkusprojekt, an dem alle Klassen beteiligt sein werden, begonnen. Bei solchen besonderen Anlässen wird die zukünftige Ruheständlerin bestimmt gern wieder in ihre ehemalige Wirkungsstätte zurückkehren.

Die kommenden Wochen ab Anfang Februar jedoch gehören erst einmal der Familie, vor allem ihrem Mann, den Kindern und Enkeln. Der Freundeskreis, Reisen und ein langjähriges Hobby sollen ebenfalls nicht zu kurz kommen. "Ich habe früher schon gern Gitarre gespielt. Jetzt möchte ich das noch öfter machen und vielleicht sogar Unterricht nehmen, um meine Kenntnisse weiter zu vertiefen", verrät Editha Schmundt über ihre ersten Pläne nach dem aktiven Berufsleben.