Die Mitglieder des Milchkontrollvereins und des Rinderzuchtvereins Osterburg zogen gestern in der Bretscher Gaststätte Lunkwitz Bilanz.

Bretsch l Andrea Voßköhler wird weiterhin an der Spitze des Milchkontrollvereins stehen. Die Anwesenden sprachen gestern der Landwirtin aus Beuster ihr Vertrauen aus. Bei den Neuwahlen des Vorstandes ergaben sich nur geringfügige Änderungen. Auch die Stellvertreter-Position bleibt identisch: Olaf Gafke bekleidet diese Funktion auch zukünftig. An der Seite von Voßköhler und Gafke steht mit Bernd Mertens, Petra Kaufmann und Peter Tiemann ein Trio. Die beiden letztgenannten Personen sind neu im Vorstand.

Als entspannt schätzte Rinderzuchtvereins-Chef Joachim Mewes die aktuelle Lage der Milch-Produzenten ein. Nicht nur er hofft, dass das derzeit bestehende Niveau der Milchpreise noch lange anhält. "Wir können uns jedoch nicht in Sicherheit wiegen." Für die Zukunft müssten die Verantwortlichen noch mehr Augenmerk auf die Tiergesundheit und das Tierwohl legen. "In vielen Betrieben herrschen bereits gute Bedingungen. Ansonsten würden solche Leistungen nicht möglich sein", zollte er den Landwirten Respekt für ihre Arbeit.

Und die könne sich sehen lassen, wie ein Blick in die Statistik von 2013 bewies. "Wir hatten noch nie so viele 100000-Liter-Kühe wie im Vorjahr", sagte Holger Wallmann nicht ohne Stolz in die Runde. Der Geschäftsführer des Rinderzuchtvereins nannte neun Betriebe, die diese beeindruckende Marke mit ihren Tieren erreichten. Die Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau in Iden ist führend in diesem Ranking; allein elf Milchkühe warteten im Vorjahr mit dieser hohen Lebensleistung auf. Die zum Milchkontroll- und Rinderzuchtverein Osterburgs gehörenden Betriebe setzen auf Qualität. Umfassende Herdenchecks und Schulungen, um Zertifikate zu erlangen, gehören schon seit langem zur praktischen Arbeit dazu. "Wenn sie Qualitätsmanagement aktiv leben, haben Sie Erfolg", unterstrich Dr. Lothar Döring vom Landeskontrollverband, der außerdem die Zahlen aus dem Bundesland vorlegte: In 444 milchproduzierenden Betrieben liefern 118397 Milchkühe (Stand 30. September 2013) die begehrte Flüssigkeit. Und im Vorjahr wurde exakt die gleiche Menge ermolken wie 2012: 9114 Kilogramm Milch pro Kuh. Eine Leistung, die höher ist als der Bundesdurchschnitt von 8221 kg Milch pro Kuh.

Allerdings kam Döring auch mit einer unangenehmen Nachricht: "Es wird eine minimale Erhöhung der Beiträge geben." Die Milchleistungsprüfungsgebühren werden demnach steigen. Nach 23 Jahren zum ersten Mal, wie Döring erwähnte. "Jetzt ist ein Punkt erreicht, wo es nicht mehr geht", meinte er. Der Verband sei zum Handeln gezwungen. Die Beiträge steigen um 13 Cent pro Kuh.

Lob für LLFG Iden und Schuchmann GbR

Eckhard Schulze, Geschäftsführer des Milchontrollvereins, führte in seiner Statistik die erfolgreichsten Unternehmen auf: Zwei Betriebe erreichten einen Durchschnitts-Wert von über 11000 Kilogramm Milch pro Kuh: Die LLFG Iden (11751) und die Schuchmann GBR aus Schwarzholz (11421). Weitere acht Betriebe kamen auf einen Wert von über 10000 Kilogramm Milch pro Kuh.

Verdienstvolle Betriebe des Osterburger Vereins wurden gestern auch geehrt. Sie nahmen die begehrten Hoftorschilder entgegen, die für Qualität bürgen. Mehr darüber in einer der nächsten Ausgaben.