Kannenberg (apu) l Der Tod von sechs Schafen auf einer Weide bei Kannenberg sorgt seit einigen Tagen für Gesprächsstoff in der Gemeinde Iden und darüber hinaus. Die Tiere waren bereits am 28. Januar tot aufgefunden worden. Polizei und Ordnungsamt wurden informiert.

Wie der Amtstierarzt desLandkreises Stendal, Dr. Thoralf Schaffer, gegenüber der Volksstimme sagte, sei er sofort nach dem Anruf nach Kannenberg gefahren, weil das Auftreten einer Seuche nicht ausgeschlossen werde konnte. Auf der betroffenen Weide hätten sich neben Emus insgesamt neun Schafe befunden, von denen sechs leblos waren.

Bakterielle Erreger befanden sich wahrscheinlich im Boden

"Die Tiere waren frisch verendet, sodass eine seuchenbedingte Infektion, welche Tiere nacheinander befällt, weitgehend ausgeschlossen werden konnten. Daraufhin dachte ich zunächst an eine Vergiftung der Schafe. Zur Analyse wurden die Tiere unverzüglich ins Labor des Veterinäramtes in Stendal transportiert. Die Untersuchung ergab jedoch, dass die sechs Schafe an einer bakteriellen Infektion verstorben waren - verursacht durch das Bacterium Clostridium". Wie der Veterinärmediziner erläutert, verursacht dieser Magen-Darm-Erreger die im Volksmund als "Gasbrand" bekannte Erkrankung. Die in der Natur vorkommenden Bakterien würden über das Futter aufgenommen. Bei entsprechend hoher Konzentration träten schnell Vergiftungserscheinungen auf und die Tiere versterben häufig. Das Bakterium sei dem Botulismus-Erreger verwandt. Es komme in der Natur nicht häufig, aber auch nicht selten vor. Bei Havelberg habe es unlängst einen Fall gegeben, bei dem Tiere ebenfalls an dieser Erkrankung verendet seien.

Erkrankung wird nicht von Tier zur Tier übertragen

Mit großer Wahrscheinlichkeit hätten sich die Erreger auf der betroffenen Weide in Kannenberg im Boden befunden. Die Tiere hätten gescharrt und so die Bakterien mit aufgenommen. Schaffer betont: "Die Erkrankung wird nicht von Tier zu Tier oder gar von Tiere auf Menschen übertragen. Darum war es in Kannenberg auch nicht notwendig, Maßnahmen zur Seuchenvorbeugung einzuleiten." Der Tierhalter sei zum Zeitpunkt des Auftretens der Erkrankung verreist gewesen. Darum wurde mit der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck vereinbart, die drei verbliebenen Schafe auf eine andere Weide zu bringen. Dies sei zwischenzeitlich geschehen. Die Emus sollen gemeinsam mit dem Tierhalter in Kürze ebenfalls auf eine andere Weide gebracht werden. "Die Untersuchungn sind noch nicht vollständig abgeschlossen. Nach bisherigem Kenntnisstand gibt es jedoch keinen Grund, die betroffene Wiese für Weidezwecke langfristig zu sperren", so der Amtstierarzt.

Der zwischenzeitlich zurückgekehrte Eigentümer vermutet, dass seine Schafe vergiftet wurden. Das sagte er gestern gegenüber der Volksstimme.