Sie geben Ausgesetzten ein neues Zuhause: Die Verantwortlichen des Osterburger Katzenhauses, das mittlerweile seit zehn Jahren in der Biesestadt existiert.

Osterburg l Ein wenig enttäuscht wäre Sibylle Wellner schon, wenn "Elsa" eines Tages auserwählt und von einem Tierliebhaber mit in seine vier Wände genommen wird. Dabei ist es ein Ziel des Osterburger Katzenhauses, die Samtpfoten zu vermitteln. Viele der aktuell dort lebenden 70 Kätzchen sind der Leiterin ans Herz gewachsen. So wie "Elsa", die seit dem Vorjahr in der Auffangstation mit ihren vielen Spielgefährten unter einem Dach lebt, verpflegt wird und ihre Streicheleinheiten erhält.

"Sie war erst wild", erzählt Sibylle Wellner. "Und ist jetzt recht zahm." Das spricht für ein gutes und liebevolles Betreuungs-Team. Immer wieder ist Christa Wichmann beeindruckt, "wie gut es hier läuft". Sie schaut regelmäßig vorbei und hilft, wenn Not am Mann ist. Schließlich ist der Aufwand mit 70 Kätzchen kein geringer. Neben der täglichen Pflege nimmt die tierärztliche Versorgung einen wichtigen Part der Arbeit der vierköpfigen Mannschaft um Wellner ein. "Sie werden geimpft, entwurmt, entfloht und kastriert." Wichmann weiß, was es heißt, sich mit einer Vielzahl kleiner Tiger zu beschäftigen. Die Osterburgerin war einst Mitbegründerin der ersten Katzen-Herberge in der Biesestadt. "Angefangen haben wir in einer Gartenlaube", erinnert sie sich zurück. Das war 1992. "Da dort keine Trinkwasserleitung war, haben wir das ganze Wasser für 50 Katzen mit Kanistern von zu Hause herangetragen." Die Bedingungen haben sich für die Tierliebhaber und ihre Bewohner grundsätzlich geändert. "Am Valentinstag sind es genau zehn Jahre, die wir hier sind", berichtet Wellner.

Leiterin kennt alle Tiere mit Namen

Am 14. Februar 2004 erfolgte der Einzug in die neuen und größeren Räume, die mit einer gehörigen Portion Eigeninitiative hergerichtet worden sind.

Die Tiere, die größtenteils ausgesetzt worden sind, aber auch aus verwahrlosten Haushalten stammen, "sind bei uns gut aufgehoben", weiß die Leiterin. Sie kennt die Namen aller zum Domizil gehörenden Katzen. "Ich muss sie doch zuordnen können. Schließlich haben alle einen Impfausweis."

Die Hauskatzen fühlen sich sichtlich wohl, tollen sowohl in den Räumen als auch auf dem umzäunten Außengelände oder erhalten gerade eine "Schmuse-Einheit" von Sibylle Wellner, ihrer Tochter Christin oder dem Ehepaar Eva und Günther Damke, die allesamt zum Team zählen. Sie geben den Samtpfötchen ein neues Zuhause - und vermitteln sie auch an Katzenliebhaber. Denn zur regelmäßigen Neuaufnahme gehört auch ein im gesunden Verhältnis stehender Verkauf. Im Vorjahr wurden 86 "Neue" aufgenommen; 70 wurden abgegeben. "Das ist eine gute Quote", schätzen die Verantwortlichen des Katzenhauses, das ein Teil des Stendaler Tierheimes ist, ein.

Auch der Auftakt des neuen Jahres verlief vielversprechend. "In Stendal und Osterburg wurden 30 Katzen vermittelt", erzählt Wellner. So viele, wie lange nicht mehr in einem Monat. Sie legt viel Wert darauf, dass ihre Stubentiger an ehrliche Tierliebhaber gelangen.

Verantwortliche für jede Spende dankbar

Deshalb werden sie auch nicht an Weihnachten abgegeben. "Damit haben wir schlechte Erfahrungen gemacht", sagt Wichmann, die die Katzen-Inhaber in die Pflicht nimmt. "Sie sollten darauf achten, dass die freilaufenden Katzen kastriert sind." Ansonsten nimmt die schon jetzt hohe Anzahl weiterhin zu. Und auch die Zahl der ausgesetzten Tiere in Osterburg und Umgebung ist in den Vorjahren hoch geblieben.

Über die eine oder andere Geldspritze würden sich die Verantwortlichen sehr freuen. Einige Unternehmen wie die Osterburger Lebenshilfe, die Sägespäne für die Katzentoiletten zur Verfügung stellt, unterstützen das Katzenhaus schon seit mehreren Jahren. Allerdings sind die Ausgaben nicht gerade gering: Allein 60 Dosen a 400 Gramm werden für die Tagesration zusätzlich zum Trockenfutter benötigt.

Das Katzenhaus ist erreichbar unter Tel. 03937/252374.