Wenn der Stadtrat Seehausen am kommenden Donnerstag, 13. Februar, zum ersten Mal in diesem Jahr tagt, hat er auch die Vergabe von Leistungen für den ersten Bauabschnitt am Waldbad Seehausen auf dem Tisch.

Seehausen l Der Schönberger Planer Peter Jabke hat den Sanitäranlagen eine Verjüngungskur verpasst, die das Innenleben so gestaltet, dass die Gäste künftig über mehr Platz und moderneren Komfort verfügen, ohne dem Exterieur den 30er-Jahre-Charme zu nehmen. Ein Fördermittelbescheid über das Leader-Programm und der Eigenanteil der Alandstadt machen so eine Investition von rund 160000 Euro möglich. Allerdings ist Eile geboten, wenn die Arbeiten bis zur Saisoneröffnung Anfang Juni erledigt sein sollen beziehungsweise wegen des Abrechnungsprozederes erledigt sein müssen.

Dass die Erneuerungsarbeiten am Sanitärtrakt mit Toiletten, Umkleideräumen, Dusche und Wickelraum nach 75 Jahren dringend nötig sind, um nicht nur auf die alte Verbundenheit der Gäste mit dem Bad zu setzen, darüber besteht beim kommunalen Träger und beim Förderverein kein Zweifel. Allerdings auch nicht darüber, dass das nur die Spitze des Eisberges ist.

Schwimmbecken ist die größte Herausforderung

Die größte Herausforderung ist das Herzstück eines jeden Bades - das Schwimmbecken. In Seehausen gibt es Probleme mit der Umwälz- und Filteranlage, was sich nicht nur in den Kosten, sondern auch in den Abwasserwerten widerspiegelt, die bereits für eine behördliche Auflage gesorgt haben. Außerdem ist der Beton brüchig, so dass in der Saison Tag für Tag an die zehn Kubikmeter Wasser nachgefüllt werden müssen. Das verursacht weiter zusätzliche Kosten und sorgt für eine Frische im Becken, die nicht jedermanns oder -fraus Sache sind. An Ideen, wie die Freizeiteinrichtung mit durchaus überregionalem Charakter auf Vordermann gebracht werden kann, mangelt es nicht. Der Förderverein verfügt sogar über ziemlich detaillierte Pläne, die ein Architekt dem gemeinnützigen Verein ohne Honorar überlassen hat, und die nicht nur das Wohlwollen des Vorsitzenden Dr. Walter Fiedler genießen. Der Vereins-Chef, der in der Vergangenheit schon einige vergleichbare Bäder besichtigt hat, präsentierte die Zukunftsvision in der Jahreshauptversammlung der Badförderer und jüngst auch in den Sitzungen der Fachausschüsse des Stadtrates.

An einem Edelstahlbecken scheint demnach kaum ein Weg vorbeizuführen, weil es auch im Vergleich zu Fliesen und Kunststoff sozusagen das Nonplusultra in Sachen Unterhaltung und Lebensdauer ist. Dafür würde das Becken von derzeit 50 Meter auf 25 Meter Länge schrumpfen. Kurzbahnen reichen aus sportlicher Sicht auch völlig aus.

Sowohl in Sachen Material als auch bei der geplanten Badgröße und -form werden Parallelen zu Werben deutlich. Heißt, dass für Schwimmer und Nichtschwimmer zwei separate, aber räumlich versetzte Zonen mit einer gemeinsamen Schnittstelle geplant sind.

Besonderes Highlight und Alleinstellungsmerkmal im weiten Umland soll ein Fünf-Meter-Sprungturm werden, der allerdings nicht im allgemeinen Bereich, sondern mit einem gesonderten Becken etabliert werden soll. Eine breite Wasserrutsche und ein paar Wasserspiele sollen das Vorhaben, zu dem auch ein Spielplatz gehört, komplettieren.

Nicht nur die Pläne haben es in sich, sondern auch die veranschlagte Investitionssumme. Nach derzeitigem Stand würde der Neubau an die 2,5Millionen Euro kosten. Ausgaben, mit denen die Kommune alleine und ohne großzügige Förderung völlig überfordert wäre.

Nicht alle Pläne in einem Ruck umzusetzen

Allerdings betont nicht nur Walter Fiedler, sondern unter anderem auch Bürgermeister Detlef Neumann, dass die Investition nicht auf einmal gestemmt werden müsste. Der Sprungturm könne ebenso warten, wie zum Beispiel Abstriche bei den Wasserspielen machbar wären.

Positive Signale gibt es auch vom Badbetreiber, der auf die Attraktivität des neuen Bades und insbesondere auf die in Größenordnung sinkenden Unterhaltungskosten verweist.

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