Den traditionellen Neujahrsempfang im Dorfgemeinschaftshaus nutzte Idens Bürgermeister Norbert Kuhlmann am Donnerstagabend ebenso traditionell, um Bilanz über die vergangenen zwölf Monate zu ziehen und einen Ausblick auf das laufende Jahr zu wagen. Für Einwohner, die das Ohr sonst vielleicht nicht ganz so dicht an der kommunalpolitischen Masse haben, hatte das Gemeindeoberhaupt durchaus ein paar positive Nachrichten mit im Gepäck.

Iden. Die "fetten" Jahre des Wischesdorfes sind dank Wirtschaftskrise und neuem Finanzausgleichsgesetz zwar vorbei, trotzdem hat sich Iden zwischen Daumen und Zeigefinger einen Spielraum bewahrt, von dem viele Nachbarkommunen, die in die Konsolidierung müssen, nur träumen können. So schaffte es Iden im ursprünglich auf fast eine Million Euro dotierten Verwaltungshaushalt des zurückliegenden Jahres, ein Plus von 54000 Euro zu erwirtschaften, zitierte Kuhlmann aus der vorläufigen Jahresabschlussrechnung. Eine Summe, die üblicherweise in den Vermögenshaushalt überführt wird, um für Investitionen zur Verfügung zu stehen oder den Sparstrumpf für spätere Vorhaben zu füllen. Ein beachtliches Ergebnis, zumal das Wischedorf das Schicksal anderer Kommunen teilt und die allgemeinen Zuweisungen des Landes nicht einmal die Umlage deckelt, die die Gemeinde zum Beispiel an den Landkreis Stendal zu leisten hat.

Da auch im Vermögenshaushalt Geld gespart beziehungsweise nicht alle Investitionen – meist wegen ausbleibender Förderung – umgesetzt wurden, konnten den Rücklagen insgesamt fast 76000 Euro zugeführt werden, die damit wieder bei fast 900000 Euro liegen. Ein Polster, dessen Tage bei der derzeitigen Finanzlage allerdings irgendwann gezählt sind, mutmaßte Kuhlmann.

Denn: Die Finanzen, die Magdeburg der Gemeinde zugesteht, werden weiter sinken. Nicht zuletzt auch wegen der demographischen Entwicklung. Denn auch an den Wischedörfern ist der Einwohnerschwund nicht spurlos vorübergegangen. Während die Verbandsgemeinde unter die 10000er Grenze rutschte, sackte die Wischegemeinde unter die 1000er Marke (wir berichteten), die der Bürgermeister noch beim Neujahrsempfang 2010 nach der Fusion mit Sandauerholz als "akzeptable Größe" gewertet hatte.

Zur Vollständigkeit: Die Schulden der Gemeinde betrugen zum Jahreswechsel rund 86000 und damit weniger als 100 Euro pro Einwohner.

Nachdem Kuhlmann die großen Ausgaben des vergangenen Jahres in Erinnerung gerufen hatte, stellte er den Gästen bei einem Imbiss und einem Glas Sekt die kommunale Wunschliste vor, die sicher nicht in einem Jahr abgearbeitet werden kann. Denn nach wie vor gilt auch für die Idener Gemeindeväter, vor allem die großen Investitionen nach Möglichkeit mit Fördermitteln zu untersetzen.

Auch im neuen Jahr wird deutlich, dass sich Sandauerholz nach der Eingemeindung nicht als fünftes Rad am Wagen fühlen muss. So bestehen laut Kuhlmann gute Chancen, dass die Straße nach Kannenberg endlich erneuert wird. Die Piste liegt zwar im Verantwortungsbereich des Landkreises Stendal, aber die Gemeinde will und kann ihren Teil bei den Nebenanlagen leisten.

Außerdem sollen die Straße an der Kannenberger Kaserne und die Gehrhofstraße instand gesetzt werden, die Trauerhalle in Sandauerholz ein frisches Dach und das sanierte Dorfgemeinschaftshaus in Büttnershof eine neue Küche bekommen.

Das größte Vorhaben (rund 450000 Euro) steht im Zeichen des ländlichen Wegebaus. Die Strecke vom Schmiedeweg über den Pflaumenweg bis zum Wasmerslager Weg soll ausgebaut werden.

Pläne schmiedet die Gemeinde auch für die Idener Feldbreite. Währen der kommunale Block eine neue Fassade bekommen soll, will die Gemeinde den letzten Block vom Land für einen symbolischen Euro übernehmen. Die Immobilie, die früher den Lehrlingen der Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau als Domizil diente, ist leergezogen und soll ebenso wie das ehemalige Nachbargebäude mit Mitteln aus dem Stadtumbau Ost abgerissen werden. Die Forderung nach einem Abriss der ehemaligen Wischeperle konnte Norbert Kuhlmann mit Hinweis auf die Eigentumsfrage nicht unterstützen. Dass das ehemalige Kulturhaus abgerissen gehört, bezweifelte aber auch er nicht.

Norbert Kuhlmann versäumte es nicht, allen Ehrenamtlichen, den Mitgliedern der Feuerwehr und des Sportvereins und vielen anderen Helfern Danke für ihr Engagement für ein abwechslungsreiches Gemeindeleben zu danken. Lob gab es auch für die gemeinsame Verwaltung, ohne die das erfolgreiche Jahr so wohl nicht möglich gewesen wäre.

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