Am kommenden Sonnabend, 15. Februar, öffnet sich der Vorhang im Dorftheaters Gladigau zur diesjährigen Premiere. In der neuen Spielzeit ist "Noot maakt erfinderisch", ein heiterer Dreiakter von Lewis Eastermann, zu sehen. Rüdiger Berndt hat die Hauptrolle in der plattdeutschen Komödie übernommen.

Gladigau l Rüdiger Berndt weiß, was den Darstellern und Helfern im Hintergrund des Gladigauer Dorftheaters in den kommenden Tagen bevorsteht. Denn die Spielzeit bedeutet vier Wochenenden nur Theater - und zwar im besten Sinne des Wortes. Bis einschließlich 9. März sind 18 Aufführungen geplant. Da bleibt den Mitwirkenden kaum Zeit für ihre Familien oder zum Entspannen.

Berndt stand schon in mehreren Stücken auf der Dorftheater-Bühne oder kümmerte sich als Inspizient um den reibungslosen Ablauf. In "Noot maakt erfinderisch" hat er die Hauptrolle übernommen und spielt den Gemüsehändler Robert Lüttje, der sich unsterblich in die Schwester eines kauzigen Erfinders verliebt hat. Und dieser Erfinder baut doch tatsächlich einen Roboter, der genauso aussieht wie Robert, was natürlich zu vielen komischen Verwechslungen führt.

"Ich habe jede meiner Figuren mit Freude gespielt, aber dieser Gemüsehändler könnte glatt zu meiner absoluten Lieblingsrolle werden", verrät Rüdiger Berndt. Dabei hatte der Mann, der in Packebusch wohnt und "im realen Leben" als Lagerarbeiter tätig ist, nie schauspielerische Ambitionen. Er und seine Frau Gudrun, die zehn Jahre lang als Souffleuse im Ensemble aktiv war, gehören von Anfang dem Dorftheater Gladigau an.

In der ersten Rolle "Blut geleckt"

"Wir fanden die Idee, ein Laien-Theater auf dem Dorf zu gründen, sofort prima, und haben gern geholfen, sie dann auch in die Tat umzusetzen. Aber dass ich selbst als Darsteller auf der Bühne stehen würde, das hätte ich mir zu diesem Zeitpunkt nicht vorstellen können", erinnert er sich. Es waren ehemalige Nachbarn, zu denen auch der langjährige Theater-Regisseur Goswin Moniac gehört, die Rüdiger Berndt überzeugten. Die erste Rolle wurde ein Erfolg und Rüdiger hatte "Blut geleckt".

"Es ist schon ein besonderes Gefühl, wenn man sich im Stück in eine andere Person verwandelt, die nichts mit mir und meinem Charakter zu tun hat", erklärt der 56-jährige. Auch das Plattdeutsche bereitet ihm keine Probleme, denn er stammt aus Mecklenburg. Dann aber erzählt er von den "Leiden" , die er für seine diesjährige Rolle als Robert kürzlich über sich ergehen lassen musste: Damit der Roboter dem Gemüsehändler möglichst ähnlich sieht und als sein Double überzeugen kann, musste sich Rüdiger Berndt einer anstrengenden Sitzung im Theater der Altmark Stendal unterziehen, bei der die Maskenbildner zwei Gipsabdrücke von seinem Kopf angefertigt haben. "Es war eine völlig neue Erfahrung für mich, und weil ich dabei reglos und stumm dasitzen musste, kam mir die Zeit ewig lang vor", kommentiert er.

Bühnen-Profi an der Seite

Welche Gedanken bewegen Berndt, wenn er an das aktuelle Stück denkt? "Je näher der Premieren-Tag kommt, umso mehr Ehrgeiz entwickelt man bei den Proben. Ich bin froh, dass wir uns so gut verstehen, dass viel gemeinsam gelacht wird und dass wir mit Goswin Moniac einen echten Bühnen-Profi an unserer Seite haben, der so herrlich motivieren kann. Dankbar bin ich auch meiner Familie, besonders meiner Frau, die mich beim Textlernen unterstützt und Verständnis aufbringt, wenn ich jetzt abends oft nicht zu Hause, sondern bei den Proben bin. Ich hoffe sehr, dass sich die Bemühungen auszahlen und wir es auch in diesem Jahr schaffen, die Zuschauer bestens zu unterhalten."