Das Hochwasser 2013 war am Sonnabend ein Thema der Jahresdienstberatung der Wehrleiter des Landkreises. Eine Schlussfolgerung aus der Katastrophe: In den Einheits- und Verbandsgemeinden sollen feste technische Einsatzleitungen entstehen.

Osterburg l Landrat Carsten Wulfänger (CDU) und Kreisbrandmeister Ringhard Friedrich machten vor den 119 im Saal des Osterburger Verwaltungsgebäudes versammelten Wehrleitern deutlich: Zukünftig wolle der Landkreis Stendal bei der Bewältigung von Katastrophen nicht mehr so extrem wie in der Vergangenheit auf externe Hilfe und Unterstützung angewiesen sein. Neben dem Aufbau fester technischer Einsatzleitungen in jeder Verbands- oder Einheitsgemeinde stehe auch die entsprechende Qualifizierung der eigenen Kräfte auf der Agenda. Dies betreffe etwa 200 Personen, "wir haben da einen sehr hohen Schulungsbedarf", schätzte der Landrat ein. Erst habe das Institut für Brand- und Katastrophenschutz (IBK) in Heyrothsberge lediglich fünf oder sechs Ausbildungsplätze in Aussicht gestellt, nun aber stünde tatsächlich eine zeitnahe Qualifizierung von 200 Personen im Raum. "Dafür müssen unsere Leute nicht mal nach Heyrothsberge fahren. Heyrothsberge kommt nach Stendal", so Wulfänger. Er gehe davon aus, dass die Schulungen bereits im zweiten Quartal in der Kreisstadt beginnen können.

Während der Landrat in einem mit vielen Fotos unterlegten Vortrag noch einmal detailliert auf das Hochwasser 2013 und seine Folgen einging, warf Kreisbrandmeister Ringhard Friedrich einen Blick auf die Mitgliederentwicklung bei den Feuerwehren. Nach seinen Angaben ist die Zahl der aktiven Mitglieder im vergangenen Jahr fast konstant geblieben, sie ging 2013 um lediglich 54 zurück. Anlass zur Sorge sieht der Kreisbrandmeister eher in der Altersstruktur. Auch wenn diesbezüglich keine Untersuchungen durchgeführt wurden, vermutet er in vielen Wehren ein hohes Durchschnittsalter.

Klietz richtet 2014 den Kreisfeuerwehrtag aus

Vor den Wehrleitern und Gästen, darunter die Vize-Landtagspräsidentin Helga Paschke (Die Linke), der Stendaler Polizeirevier-Leiter Wolfgang Gehrke und Osterburgs Ordnungsamtsleiter Matthias Frank, sprach Friedrich auch die Ausbildung an. Der Kreisbrandmeister verwies auf Schulungen auf Kreisebene und Qualifizierungen an der IBK in Heyrothsberge. Er erinnerte an Katastrophenschutz-Ausbildungstage, die 2013 in Osterburg (A-Gefahren), Tangerhütte (Dekontamination) und Havelberg (Umwelt- und Gewässerschutz, Wasserrettung) über die Bühne gingen. Und er ging auf die Brandschutzerziehung im Landkreis ein, die 2013 138 Schulungen mit 6284 Teilnehmern (davon 5539 Kinder) umfasste. Zudem seien 63 Evakuierungsübungen durchgeführt worden.

Neben der Jahresdienstberatung nutzten die Feuerwehr-Führungskräfte ihr Treffen in Osterburg auch zur jährliche Delegiertenkonferenz des Kreisfeuerwehrverbandes. In seinem Rückblick lobte der Verbandsvorsitzende Ringhard Friedrich die Wehr Eichstedt, die 2013 als Gastgeber des Landesausscheides und des Kreisfeuerwehrtages hervorragende Arbeit geleistet habe. Wer in Sachen Kreisfeuerwehrtag in die Fußstapfen der Eichstedter treten soll, beschlossen die Delegierten nur wenige Minuten später: 2014 richtet Klietz den Kreisfeuerwehrtag aus.

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