Stendal (bb) l Edith Braun (SPD) hielt gestern als Vorsitzende des Kreisschulausschusses eine emotional gefärbte Ansprache über den Umgang mit der DDR-Vergangenheit. Hintergrund war die verunglückte Lesung des Autors Roman Grafe an der Stendaler Comenius-Schule. Sie wolle sich zwar nicht "in die hausinterne Debatte" einbringen, nutzte die aktuellen Ereignisse aber doch, um ihre ganz persönliche Sicht darzulegen. Bei der Sitzung des Ausschusses waren zahlreiche Schulleiter von Bildungseinrichtungen aus dem Kreis dabei. Diese waren von Braun vor geraumer Zeit zur Sitzung eingeladen worden, um über das Projekt "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" informiert zu werden. Sie erwarte von Bediensteten des öffentlichen Dienstes, dass sie in der Schule ein "historisch korrektes Bild der Vergangenheit vermitteln", sagte Braun. Und: "Eine Erziehung zur Anpassung kann niemals ein Bildungsziel darstellen", so die SPD-Politikerin.