Früher als alle anderen Parteien und Gruppierungen hat die FDP ihre Personalentscheidungen für die Kommunalwahlen in Osterburg und Seehausen getroffen. Am Montagabend stellten die Liberalen elf Kandidaten auf.

Osterburg l Ortsverbandschef Matthias Sigmanski und seine Mitglieder konnten sich am Montagabend über mangelnde Unterstützung altmärkischer Liberaler nicht beschweren. So waren unter anderem der stellvertretende Landesvorsitzende und Kreischef Marcus Faber sowie die Kreistagsmitglieder Ralf Berlin und Arnold Bausemer mit dabei, als der seit Mitte vergangenen Jahres fusionierte Ortsverband Osterburg-Seehausen im Saal des Verwaltungsgebäudes seine Kandidaten für die am 25. Mai anstehenden Kommunalwahlen kürte.

"Manches erreicht, anderes nicht"

Sigmanski und der Osterburger Stadtrat Mathias Fritze blickten vor der Aufstellung der Kandidaten auch auf die zu Ende gehende Legislaturperiode zurück. "Manches haben wir erreicht, anderes nicht", fasste Fritze zusammen.

Er wertete es auch als wichtigen Erfolg der Osterburger Liberalen, dass nun in der Biesestadt tatsächlich die Neugestaltung des Bibliothekshofes auf der Agenda steht. "Wir haben es außerdem geschafft, die Heraufsetzung der Höchstgeschwindigkeit auf 50 km/h in Krumke zu verhindern", sagte der Stadtrat.

Unerfreulicher habe der Einsatz der Liberalen für ein gebührenfreies Parken in Osterburg geendet. "Es gab im Stadtrat leider ganz klare Mehrheiten, die sich für die Wiedereinführung von Parkgebühren ausgesprochen haben", so Fritze. Mit Christian Sasse bedauerte Fritzes FDP-Stadtratskollege, dass die allermeisten Einwohner den Aufbau der Gebührenautomaten klag- und kritiklos hingenommen hätten. Ohne entsprechenden Rückhalt aus der Bevölkerung sei das Aufbäumen der Osterburger Liberalen gegen die Gebühren verpufft, sagte er.

Ein Resümee, dem Fritze einen Blick auf die nächste Legislaturperiode hinzufügte. Die FDP werde das Thema Parkgebühren nicht aus den Augen verlieren. Und sich auch weiterhin für ein möglichst sparsames Wirtschaften der Kommune einsetzen, sagte er. Ob und inwieweit die Liberalen eigene Anliegen und Ziele im neuen Osterburger Stadtrat durchsetzen können, sei natürlich auch von der Größe der zukünftigen FDP-Stadtratsfraktion abhängig, stellte Mathias Fritze klar.

Während der Gymnasiallehrer am 25. Mai erneut für den Osterburger Stadtrat kandidiert (siehe Info-Kasten), stellt sich sein Fraktionskollege Christian Sasse nicht mehr zur Wahl. Kurt Anglmayer und Bernd Walsdorff, die sich in den zurückliegenden fünf Jahren im Osterburger Ortschaftsrat engagierten, verabschieden sich ebenfalls von der kommunalpolitischen Bühne der Biesestadt. Kurt Anglmayer ließ sich am Montagabend aber zumindest die Option offen, sich für die FDP um ein Kreistagsmandat zu bewerben.

Kreistags-Kandidatenkür am 8. März in Stendal

Ob der Osterburger antritt, dürfte sich spätestens am Sonnabend, 8. März, entscheiden. An diesem Tag will die FDP ab 10 Uhr im Stendaler Hotel "Schwarzer Adler" ihre Kandidaten für alle drei Wahlbereiche des Landkreises aufstellen, kündigte Kreischef Marcus Faber am Montagabend im Osterburger Verwaltungsgebäude an.