Goldbeck/Werben (apu) l Zum Ende des öffentlichen Teils der Sitzung des Verbandsgemeinderates Arneburg-Goldbeck erklärte Volkmar Haase aus Werben seinen Rücktritt als Verbandsgemeinderatsmitglied. Er begründet diesen Schritt unter anderem mit der Art und Weise der Entscheidungsfindung zu den Schulstandorten. Der ehemalige Werbener Bürgermeister übt in diesem Zusammenhang scharfe Kritik an der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck, dem Stendaler Kreistag sowie den Gremien.

"Bemühungen um Schulerhalt viel zu schnell aufgegeben"

"Viel zu früh hat man die Bemühungen um den Erhalt möglichst vieler Grundschulen aufgegeben und sich in vorauseilendem Gehorsam geübt. Für die Mehrheit der Mitglieder des Verbandsgemeinderates stehen finanzielle Aspekte vor dem Wohl der Kinder. So passt man sich nur der negativen demografischen Entwicklung an und schafft nicht die Grundlagen für eine Stabilisierung und die Zukunftssicherung der Verbandsgemeinde, insbesondere der nördlichen Region", erläuterte Haase gestern die Gründe für seinen Mandatsverzicht.

Bis heute werde die Auskunft darüber verweigert, aus welchen Gründen der Schul- standort Werben nicht bei den zu erhaltenden Grundschulen berücksichtigt wurde. Jegliche Zuarbeit zu den Sitzungen des Sozialausschusses und des Kreistages im Landkreis zur Schulentwicklungsplanung sei von Edith Braun als Ausschussvorsitzender und Dennis Gruber als 1. Beigeordnetem unberücksichtigt gelassen worden. Lothar Riediger als Vorsitzender des Kreistages habe in keinster Weise mitgewirkt, dass die Kreistagsmitglieder objektive Informationen bei der Auswahl der Standortes erhalten. Zudem habe er als Mitglied des Verbandsgemeinderates und Bürgermeister des bestätigten Standortes Arneburg verkündet, dass das Thema nicht mehr auf die Tagesordnung des Verbandsgemeinderates komme. "Eine Führungsrolle des Verbandsgemeindebürgermeisters seit Ablehnung des Projekts ,Kleine Grundschule` war für mich nicht mehr erkennbar. Letztlich haben sich alle auf die Entscheidung des Beauftragten berufen", so der Kommunalpolitiker weiter.

"Chance für eine Akzeptanz der Entscheidung vertan"

Haase hatte bei der konstituierenden Sitzung des neu gewählten Verbandsgemeinderates einen Antrag auf Beratung zur Schulstandortentscheidung Iden oder Werben gestellt. Dieser wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. "Dieses widerspricht dem demokratischen Grundsatz, dass man über Probleme spricht und sich die Argumente anderer anhört und nicht abwürgt. Es wurde die Chance vertan, die Grundlagen für eine Akzeptanz der Entscheidung für die Schulentwicklungsplanung zu schaffen, wenn sie denn richtig war", argumentiert Volkmar Haase.

Bei der Erklärung seines Mandatsverzichts nutzte der Werbener die Gelegenheit, sich bei allen Räten und Bürgermeistern für die gemeinsame erfolgreiche Zusammenarbeit seit 2003 zu bedanken.

Für Volkmar Haase wird voraussichtlich Ines Bergmann, nach Haase die nächste Kandidatin auf der Liste der UWG Werben, nachrücken.