Osterburg (nim) l Hauptfeldwebel Heike Jähne und Hauptmann Karsten Kleine stellten am Dienstagabend im Markgraf-Albrecht-Gymnasium Karrieremöglichkeiten in der Bundeswehr vor. Dass die Schulleitung das freiwillige und in die Berufswahlabend-Reihe der Bildungsstätte eingebettete Informationsangebot für Jugendliche aus den neunten bis zwölften Klassen und ihren Eltern wegen einer durch die Polkauer "Schmiede" initiierten Protestaktion um einen Tag vorverlegt hatte, wirkte sich nicht nachteilig auf die Resonanz aus. Die Sitzreihen in der Aula waren dicht gefüllt, rund 120 Zuhörer waren dabei, als Kleine seine Präsentation startete.

60000 Angestellte arbeiten im zivilen Bereich

Der Karriereberater, seit 1992 in der Bundeswehr, ließ sich in seinen Ausführungen auch nicht von Hilmar Stein und "Schmiede"-Mitglied Lothar Zahn aus der Ruhe bringen, die zur gleichen Zeit vor dem Schulgebäude standen, um lautstark gegen die Veranstaltung mit der Bundeswehr zu protestieren. Kleine ging über den von der anderen Straßenseite herüberschwappenden Lärm hinweg und zu Beginn seines Vortrages auf den zivilen Bereich der Bundeswehr ein. Dort seien derzeit rund 60000 Angestellte beschäftigt. Die Bandbreite der 60 möglichen Karrieren beinhalte unter anderem technische, kaufmännische, handwerkliche oder medizinische Berufe, Angebote unterbreite die Bundeswehr vom Hauptschul- bis zum Hochschulabsolventen in sämtlichen Qualifikationen.

Der Karriereberater sagte zudem: Eine Grundvoraussetzung für eine Laufbahn bei der Bundeswehr sei die Bereitschaft dazu, jederzeit versetzt werden zu können. Dies gelte für den zivilien, aber natürlich auch für den militärischen Bereich. Bei letzterem stellte Kleine Optionen vom freiwilligen Wehrdienst bis zur Offizierlaufbahn vor. Außerdem ging der Karriereberater auf Möglichkeiten zur Berufsausbildung oder zum Studium an den Bundeswehr-Universitäten in Hamburg und München ein.

Kleine weist auf Gefahrensituationen hin

Kleine betonte aber auch: Wer sich für eine Karriere im militärischen Bereich entscheidet, werde an der Waffe ausgebildet, um sie im Ernstfall und bei bedrohlichen Situationen auch einsetzen zu können. "Darüber muss man sich im Klaren sein. Ich sollte mir deshalb schon im Vorfeld die Frage beantworten, ob ich tatsächlich an der Waffe ausgebildet werden möchte", sagte er. Mit Verweis auf den Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan machte der Hauptmann schließlich deutlich: Vor dem Eintritt in eine Militärlaufbahn sollte man sich dessen bewusst sein, dass man in Situationen geraten könnte, in denen die eigene Gesundheit aufs Spiel gesetzt wird.

Nähere Auskünfte zu Berufen in der Bundeswehr sind bei der Karriereberatung der Bundeswehr Stendal, Westwall 18, Tel. 03931/6899625/26/97 oder im Internet unter www.bundeswehr-karriere.de erhältlich.