Arneburg l Traditionell dem Frauentag zugeordnet, stellt am Mittwoch 5. März, eine Künstlerin in der "Klein-st-en Galerie Arneburg" aus. Vera Schwelgin (Jahrgang 1943) aus Berlin zeigt ihre Werke. Ihr Ehemann Wolfgang Reinke (1942) stellt ebenfalls aus. Die Vernissage mit Künstlergespräch beginnt um 19 Uhr im "Goldenen Anker".

Beide Künstler wurzeln im ostseenahen Raum

Beide Autoren wurzeln im norddeutschen, im ostseenahen Raum. Sie ist sogar in Litauen geboren. Vera Schwelgin diplomierte an der Dresdener Hochschule für Bildende Künste und war 1982/83 auf der IX. Kunstausstellung der DDR in Dresden vertreten, während Wolfgang Reinke an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst studierte.

Beider Schaffen ist geprägt von großer Ernsthaftigkeit, vom Fehlen überbordender Fröhlichkeit und Belanglosem. Vera Schwelgin beschäftigt sich intensiv mit dem Menschen, seinen Befindlichkeiten, Träumen, Ängsten, Beziehungen, oft reduziert auf strenge, aber eigenartig emotionsgeladene Konturen. Daneben stehen anrührende Portraits und Stillleben, in denen die Farbkultur der "Dresdener Schule" aufleuchtet. Meisterhaft sind ihre meist mehrfarbigen Holzschnitte, tiefgründig und hintersinnig, in - laut Jo Jastram - "spukig religiöser Naturhaftigkeit", wie es in der Einladung heißt.

Wolfgang Reinke ist offensichtlich ganz der norddeutschen Tiefebene verfallen, der Küste, der Ostsee und ihren Dünen, dem Himmel und dem Wind. Galerist Arne Könnecke beschreibt Reinkes kräftige Gouache (wasserlösliches Farbmittel, das aus gröber vermahlenen Pigmenten unter Zusatz von Kreide besteht) als: "Landschaften fesselnd traditionell vor Ort entstandene Kreidezeichnungen, aber - was für welche!" Der Künstler F. W. Fretwurst, vor kurzem Gast in der Galerie, argumentierte: "Zeichner kommt vom mittelhochdeutschen zeichenoere, der Zeichen und Wunder tut, der Wundertäter." - "Wie wahr", schließt sich Könnecke an. Die Werke sind täglich, außer montags, von 11.30 bis 21 Uhr geöffnet. Die Ausstellung läuft bis zum 6. Mai.

Auftakt-Ausstellung ist noch bis zum 4. März zu sehen

Bis zum 4. März ist in der "Klein-st-en Galerie" noch die Auftakt-Ausstellung 2014 von Gerhard Faller-Walzer aus Wust zu sehen. Der Photografiker stellt in der "Klein-st-en Galerie" insbesondere seine Miniaturen aus: "Wenn etwas klein ist, wird die Neugier des Betrachters angeregt." Zu sehen sind unter anderem Photografiken im Polaroidformat. Zu entdecken gibt es dabei Aufnahmen interessanter Details.