Rein statistisch gesehen hakten die Verantwortlichen der Johanniter-Unfall-Hilfe des Regionalbereiches Stendal das vergangene Jahr für den Bereich Osterburg/Seehausen als normal ab.

Seehausen/Osterburg l Aber normal ist für die 25 Rettungssanitäter sowie -assistenten der beiden Stützpunkte und die 10 Ärzte, die bei Bedarf Tag und Nacht ausrücken, sicher kein Einsatz. Das wurde deutlich, als die Verantwortlichen gestern auf 2013 zurückblickten.

Dr. Walter Fieder auch ein Herr der Zahlen

Für das Zahlenwerk zeichnete einmal mehr Dr. Walter Fiedler verantwortlich, der noch im Ruhestandsalter pro Monat wenigsten sieben 24-Stunden-Dienste "schiebt", aber auch die Statistik unter seinen Fittichen hat.

Der Seehäuser Notfallmediziner bilanzierte (in Klammern der Vergleich zu den Vorjahreswerten) unter anderem, dass das Notarzteinsatzfahrzeug (eins von fünf neuen und modernen Autos der Bereichsflotte) und die Besatzung (ein Arzt und ein Sanitäter) 2013 insgesamt 1050 (+4) Einsätze mit 1055 (-5) Patienten absolvierte. Dabei waren im Schnitt 33,1 Kilometer zurückzulegen. Der Notarztwagen (Arzt, Rettungsassistent und -sanitäter) war 15-mal (-3) und dabei im Mittel 78,1 Kilometer unterwegs. Die meisten Einsätze entfielen auf die Rettungstransportwagen (ein Sanitäter und ein Assistent). 2127-mal (+48) galt es auszurücken und mit 83136 Kilometern (+2262) quasi mehr als zweimal die Erde zu umrunden. Welche Teams mit welchen Einsatzfahrzeugen ausrücken, orientiert sich an der Art der benötigten Hilfe. Was beim Krankentransportwagen mit zwei Rettungssanitätern wohl am leichtesten einzuordnen ist. Der KTW war in den zwölf Monaten 779-mal (+83) mit Patienten insgesamt 43377 (-2553) Kilometer unterwegs.

Eine der wichtigsten Nachrichten für Otto-Normal-Verbraucher dürfte die Tatsache sein, dass die Notfallspezialisten im Schnitt pro Einsatz 14,6 Kilometer fahren mussten und dafür in der Regel mit 12,4 Minuten Anfahrt einen guten Wert erreichten. Die Behandlungszeit vor Ort gab Dr. Fiedler mit durchschnittlich 17,8 Minuten an. Das ist ein Wert, der sich auch im internationalen Maßstab sehen lassen könne.

Am meisten waren die Helfer im Dienste der Gesundheit durch Patienten (1466) mit inneren Erkrankungen gefordert, die krankenhausärztliche Hilfe brauchten. Am unnötigsten waren mit Sicherheit die 31 Unfälle, die unter Alkoholeinfluss geschahen. Mental am stärksten waren die Rettungskräfte bei Einsätzen ohne Erfolgserlebnis gefordert. 31-mal war eine Reanimation der Patienten nicht mehr möglich. Das sind 12 mehr als 2013.

Dankeschön an freiwillige Feuerwehren

In dem Zusammenhang war es Dr. Fiedler wichtig, auf die gute Zusammenarbeit insbesondere mit den Feuerwehren aus Osterburg, Seehausen und Arendsee hinzuweisen, die vor allem bei Unfällen mit Personal und Technik wertvolle Dienste leisten. Mehr in einer der nächsten Ausgaben.