Trotz angespannter Finanzlage will die Stadt Osterburg 2011 zusammen mit dem Landesbetrieb Bau, Niederlassung Nord, ein großes Vorhaben in Angriff nehmen. Die Einrichtung eines zweiten Kreisverkehrs, die im Zusammenhang mit dem Ausbau eines Teilstückes der Bismarker Straße sowie der Neugestaltung der Werderstraße steht, dürfte aber für geraume Zeit das letzte große Vorhaben sein. Andere seit Jahren geplante Projekte bleiben zumindest für einen längeren Zeitraum auf der Strecke.

Osterburg. Die längerfristige Planung, die die Osterburger Verwaltung mit Blick auf die bis 2019 zum Abschluss zu bringende Konsolidierung der Finanzen der Einheitsgemeinde aufgestellt hat, macht deutlich: Spätestens ab 2012 stehen der Kommune nur noch überschaubare Mittel für Investitionen zur Verfügung. Lediglich rund 370000 Euro könnten nach den gegenwärtigen Planungen im kommenden Jahr noch für neue Vorhaben ausgegeben werden.

Ein Budget, mit dem lange geplante Maßnahmen wie die Errichtung eines Anbaus am Osterburger Rathaus nicht realisierbar sind, weiß auch Hartmuth Raden. Der Bürgermeister, der sich stets für den Anbau eingesetzt hatte, um die Verwaltung der Kommune an einem Standort unterbringen zu können, hat sich deshalb längst von einer zügigen Verwirklichung dieses Plans verabschiedet. "Ich halte es eher nicht für realistisch, dass der Anbau vor 2019 errichtet werden kann", sagte Raden mit Blick auf die rund 2,4 Millionen Euro teure Investition, zu der die Stadt eigene Mittel in Höhe von rund 800000 Euro beisteuern müsste. Endgültig schließen will Raden die Akte Rathausanbau aber nicht. "Denn man darf nicht vergessen, dass am und im jetzigen Verwaltungsgebäude umfangreiche Sanierungsarbeiten notwendig wären, sollte dieses Objekt langfristig von uns genutzt werden", gab der Bürgermeister zu bedenken. Eine Kostenschätzung dieser Maßnahmen habe ergeben, dass sie alles in allem rund zwei Millionen Euro kosten würden. "Eine Summe, die gar nicht so weit von der für den Rathausanbau entfernt ist. Und die aller Voraussicht nach allein von der Kommune aufgebracht werden müsste", so Raden, der deshalb weiterhin den Rathausanbau bevorzugt.

Ein zweites Projekt, das längerfristig nur ein Gedankenspiel bleiben dürfte, ist die Erneuerung des August-Hilliges-Platzes. Dieses Vorhaben stand 2001/2002 schon kurz vor der Realisierung, wurde aber von den Stadträten auf Eis gelegt, nachdem ein Bodengutachten Mehrkosten in Höhe von 100000 Euro für die Neugestaltung des Platzes veranschlagt hatte. Die deshalb insgesamt mehr als 500000 Euro, die für das Vorhaben aufgebracht werden müssten, seien während der Konsolidierung der Einheitsgemeinde und damit zumindest bis 2019 kaum zu stemmen, machte Raden deutlich.

Rund 200000 Euro würde ein Anbau an der Lindensporthalle kosten, der unter anderem Sanitäreinrichtungen und Garderobe beherbergen und das Gebäude damit vollends tauglich für kulturelle Veranstaltungen machen soll. Der ebenfalls schon zum Dauerthema avancierte Sporthallenanbau war erst unlängst wieder von Osterburger Ortschafts- und Stadträten ins Spiel gebracht worden. Aber auch dieses Vorhaben sei während der Konsolidierung der Einheitsgemeinde unrealistisch, so Raden. "Denn wir müssten das Gros unserer für ein Haushaltsjahr zur Verfügung stehenden Mittel in diese Maßnahme investieren. Dann hätten wir aber kaum noch Gelder für andere Vorhaben. Und wir dürfen nicht vergesen, dass unsere Einheitsgemeinde nicht nur aus dem Ort Osterburg besteht", sagte Raden.