"Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang, der bleibt ein Narr sein Leben lang" stand für alle sichtbar an der Bütt im Jagdsaal von Barsberge, wo am Freitagabend die Frauen der Seehäuser Vereine ihre traditionelle Weiberfastnacht feierten.

Von Walter Schaffer

Barsberge l Im Gegensatz zu den närrischen Hochburgen am Rhein, wo Weiberfastnacht immer am Donnerstag vor Aschermittwoch gefeiert wird, haben sich die Alandstädter aus praktischen Gründen auf den Freitag geeinigt, denn am nächsten Tag ist Samstag, und da können viele Vertreter des weiblichen Geschlechts ausschlafen, so die langjährigen Organisatorinnen Franka Rosenkranz und Rosi Behrendt.

Noch eine Besonderheit zeichnet diese Weiberfastnacht aus. Während in den karnevalistischen Zentren den Frauen oft ein fertiges Programm geboten wird, nehmen die Seehäuserinnen und ihre Gäste dies selbst in die Hand und erfreuen sich gegenseitig mit liebevoll einstudierten Programmpunkten. "Selbst ist die Frau, kann man da nur sagen", so Rosi Behrendt, die im Kostüm einer Kaltmamsell dafür sorgte, dass alle Gruppen zum richtigen Zeitpunkt aus dem Gastraum durch die Schiebetür in den Saal kamen.

Sie und der langjährige DJ Michael bekamen von der Moderatorin Franka einen Karnevalsorden umgehängt. In Vertretung des Wirtes von Barsberge nahm dessen Frau ebenfalls diese Ehrung unter Beifall der 115 Frauen in Empfang. "Stimmung in Seehausen" und "Seehausen hajo" wurden untermalt von dem monotonen Geräusch kleiner klopfender Flaschen.

Bühne frei für die närrischen Frauen

Dann hieß es Bühne frei für die Frauen. Tanzende Zwerge mit Riesenhüten und schwarzbuntes Milchvieh aus der Sportgruppe III führten über zu "Seehausen sucht den Super-Star" mit Giesela, Rosi und Kathrin, die dem Super-Star Willi, der statt eines Liedes eine Flasche Schnaps mitbrachte, jegliche Gesangskompetenz absprachen. Sie gaben ihm den Rat, sich bei Marlies neu einkleiden zu lassen, weil er wie ein Pferd rumläuft. Dafür erntete die Kandidatin Sigried für ihren flotten Tanz von Dieter Bohlen viele Punkte. Der kleinen Sabine wurde der Rat gegeben, sich noch einmal zu bewerben, wenn sie aus der Pubertät ist.

Mit einem Medley von Schlagern, Trink- und Stimmungsliedern punkteten dann die Ü-Girls des SCC mit ihrem Auftritt und bekamen bescheinigt, die beste Performance geliefert zu haben. Dies nutzte die äußerst sexy Oma Dagmar, um Dieter Bohlen abzuschleppen.

Bei der Melodie "O mein Papa war eine wunderbare Clown" eroberten die Schützenladys das Parkett, um danach den Kunst-und Trödelmarktweibern den Platz zu überlassen, die als wandernde Stockenten Furore machten. Es folgten Schlag auf Schlag viele weitere Darbietungen, wie die Lichtershow der Volleyballerinnen, die das Ziel einer Fettverbrennung beinhalteten oder das moderne Märchen vom Rumpelstilzchen, vorgetragen von den Mitgliedern der Theatergruppe "Hahn im Korb".

Nach gut zwei Stunden waren alle zwölf Programmpunkte erfolgreich über die Bühne gegangen. Wie sich dann das weitere Programm gestaltete, ist nicht bekann. Der Bus fuhr jedenfalls laut Planung gegen 24Uhr zurück.

   

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