"Heute haben wir`s mit der Drei", kündigte Kavaliershaus-Chefin Annegret Spillner am Sonnabend in Krumke an. Zum dreijährigen Jubiläum hatte sie in der Reihe "Töne Tropfen" das Jaspar-Libuda-Trio aus Berlin eingeladen.

Krumke l Neugierige Blicke begegneten Annegret Spillner, als sie die Gäste nach dem kulinarischen Verwöhnprogramm aufforderte, einmal zu schätzen, wie viele Korken sich in dem gezeigten Weinballon befänden. Zur Belohnung sollte es zwei Freikarten für das nächste "Töne Tropfen"-Konzert geben. Einige fingen sofort an zu rechnen, aber dann schoben sie den Gedanken an die Weinkorken doch schnell beiseite. Das Jaspar-Libuda-Trio nahm das Publikum im Handumdrehen für sich ein. Wie immer.

2011 war Jaspar Libuda mit seiner Band erstmals durch den Kontakt mit Wendland Jazz in Krumke zu Gast. Es folgte ein Solo-Auftritt. Zum dritten Besuch brachte er nun wieder Verstärkung mit und startete mottogetreu mit "Aller guten Dinge sind drei".

Vor der Melodie kommt das Gefühl

Für den Kontrabassisten kam nie etwas anderes in Frage als Musik. Und das hört man. "Jede Melodie, die ich habe, hat als Grundlage ein Gefühl. Das kann auch länger her sein", erzählte Jaspar Libuda, "und Gefühle sind geknüpft an Erinnerungen und Bilder." So entstehen Kompositionen wie "Jahrtausendgänger". So entsteht bei dem Zuhörer der Soundtrack zu seinem persönlichen Film. Der Berliner hat als Kind schon komponiert und wusste, dass er eines Tages mit seiner eigenen Musik auftreten würde. Nach dem Studium lernte er über andere Bands den Gitarristen Florian Segelke und den Schlagzeuger und Percussionisten Sven Tappert kennen. Sie haben einen Nenner, sagt Libuda, und gehen seit 2006 gemeinsam bundesweit auf Tour. 30 Konzerte sind es im Jahr, 120 gestaltet der Kontrabassist allein. Mit dem Akkordeonisten Daniel Moheit ist er als Duo unterwegs. 2009 veröffentlichte das Trio seine erste CD: "Aquarius", die zweite, "Jahrtausendgänger", produzierte Ulf Drechsel vom Kulturradio rbb.

Immer wieder erarbeiten die drei neue Stücke oder geben alten Titeln neuen Schwung, neue Nuancen in den Soli; eine fertige Setliste für ihre Konzerte haben sie nicht. Publikum und Raum entscheiden, was und wie gespielt wird, und damit erlebt es "Kompositionen, die im Moment entstehen". Jaspar Libuda erklärt: "Musik ist nicht fest." Titel wie "Tagebuch einer Reise" und "Unsichtbare Schatten" geben eine Richtung an, aber der Moment entscheidet über Solopartien, Jazz- oder Popmusikrichtung. Das machten die Musiker auch in Krumke spürbar, wie in dem Stück "Letztes Licht im Labyrinth", das der Zuhörer-Phantasie einmal mehr Flügel verlieh.

Es wäre untertrieben zu behaupten, die Musiker hätten in Krumke ein klasse Konzert gegeben. Nein, mehr noch: Sie haben jedem Zuhörer ein ganz persönliches Geschenk gemacht.

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