"Noot maakt erfinderisch" hat ausgespielt - die Spielzeit des Gladigauer Dorftheaters ist vorüber. Fünf Mal waren die Akteure in andere Rollen geschlüpft, um das Publikum auf Platt zum Lachen zu bringen.

Gladigau l Am Wochenende standen sie alle noch einmal Spalier. Am Eingang zum Dörpschen Krug in Gladigau leuchteten das vorerst letzte Mal die gelben Westen der Mitglieder des Dorftheaters Gladigau, um Gästen den Weg zu weisen. Hinter dem Ensemble und seinen Helfern liegt eine erfolgreiche Spielzeit. Aus 34 Dörfern und fünf Städten kamen die Käufer der Karten. Pressesprecher Norbert Lazay weiß aber: "Es sind aber ganz sicher Menschen von weit mehr Ortschaften hiergewesen."

Frühlingsblumentöpfe für die Frauen

Seit Ende Februar waren die Akteure am Wochenende in andere Rollen geschlüpft und brachten das Publikum zum Lachen. An den Adrenalinschub hatten sie sich mittlerweile gewöhnt. Zwischen den Doppelvorstellungen am Wochenende wurde die gemütliche Kaffeepause zum Ritual. Christine Neumann, die oft schon auf der Bühne wirbelte, wirbelte diesmal im Servicebereich und half beim Kaffeekochen. Unterstützung fand sie in Sina Wiesner und Ulrike Reisener.

Zur letzten Vorstellung am Sonntag ließ sie das Kaffeekochen mal sein und genoss mit ihrer Familie die Inszenierung von Goswin Moniac. Der Regisseur war regelmäßig Zuschauer, auch am Frauentag. Intendant Horst Bannehr hatte am 8.März 30 Frühlingsblumentöpfe für die weiblichen Vereinsmitglieder und Helfer mitgebracht und hob damit die Stimmung. 47 Mitglieder zählt der Verein derzeit im Ganzen.

"Ich bin mit der Saison sehr zufrieden", erklärte Bannehr. Vier Stücke hatten zur Auswahl gestanden. Dieses war wegen der Experimente die größte Herausforderung, doch Bannehr hatte von Anfang an gesagt: "Das kriegen wir schon hin." Und so war es dann auch. Die "dschenjalen Ideen" des Erfinders (Torsten Dahms) brachten das Publikum zum Staunen. Es zischte und qualmte ganz schön. Die Stammbesucherinnen Maria Weber und Ingrid Kaiser aus Groß Garz waren wieder hin und weg. "Die Gestik, die Mimik - einfach toll", schwärmte Kaiser. "Dass die Laienschauspieler unter professioneller Leitung so spielen, finde ich immer wieder gut", ergänzte Weber. Abends blieben die Gäste meist zum Abendessen, berichtete Lazay.

90 Sitzplätze waren pro Vorstellung besetzt. Ein schöner Anblick für Norbert Lazay, der die Begrüßung stets mit drei Anekdoten zum Thema "Not" spickte. Unter anderem mit der Erinnerung an die Deutsche Reichsbahn. "Wissen Sie noch, dass es immer hieß: An Bahnhöfen ist die Benutzung des Abortes untersagt? Nun, sagen wir es mal so: Die größte Not kennt keinen Bahnhof."

Sicher besteht am Repertoire der Stücke in plattdeutscher Mundart kein Mangel, so Bannehr. Meist hätten sie drei Stücke in petto, doch immer wenn die neue Spielzeit ran ist, muss danach entschieden werden, wer von den Darstellern überhaupt Zeit zum Spielen hat.

Am Anfang dieser Woche ist erst mal der Abbau an der Tagesordnung. Horst Bannehr hat endlich Zeit, einen Termin für die nächste Vorstandssitzung auszuklügeln, denn Grillabend und Theaterfahrt müssen ebenso geplant werden wie das neue Stück. Wie heißt es so schön: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.

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