Zu dem Quartett, dass über die SPD einen Platz im zukünftigen Osterburger Stadtrat anstrebt, kam am Mittwochabend ein weiterer Kandidat hinzu. Die Mitglieder des SPD-Ortsvereins sprachen sich einstimmig dafür aus, Heiko Fischer als fünften Bewerber aufzustellen.

Osterburg l Ortsvereinschef Rainer Moser freute sich am Mittwochabend sehr darüber, dass auch einige SPD-Urgesteine am Tisch im Hotel "Zum Kanzler" Platz nahmen, um bei der Aufstellung der Kandidaten dabei zu sein und über Eckpunkte des vom Kreisverband festgelegten Wahlprogramms zu reden. Otto Rungwerth, Carlheinz Charlie oder auch Heinz Riemann nutzten die Diskussion unter anderem dazu, um vor Fehlentwicklungen im Bildungsbereich zu warnen.

"Kurze Wege für kurze Beine"

Das Gespräch drehte sich vom Erhalt bestehender Unterrichtsstandorte über den im Land Sachsen-Anhalt konstatierten Personalmangel an Lehrern bis hin zu einer Optimierung der Schülerbeförderung. Mit Verweis auf die beträchtlichen Zeiten, die mitunter schon Grundschüler im Bus und auf dem Weg zu ihrem Lernort verbringen riefen sie den Versammlungsteilnehmern "Kurze Wege für kurze Beine" in Erinnerung.

Dieser Satz, vor Jahren vom verstorbenen Königsmarker Sozialdemokrat Wolfgang Peller im Stendaler Kreistag geprägt, besitze nach wie vor Gültigkeit, waren sich die Mitglieder und Sympathisanten des Ortsvereins einig. Eine weitere vordringliche Aufgabe aus dem Wahlprogramm des Kreisverbandes sehen die Osterburger Sozialdemokraten in der Stärkung der altersgerechten Lebensstruktur, den Ausbau von Pflegedienstleistungen und eine flächendeckende Notarztversorgung an.

In diesem Zusammenhang warf Heinz Riemann auch Fragen zur künftigen hausärztlichen Versorgung auf. Die Politik sei gefordert, dem befürchteten Ärztemangel im ländlichen Raum entgegenzuwirken, forderte er. Dem Rossauer lag aber noch ein weiteres Thema auf dem Herzen. Mit Blick auf die aktuelle Diskussion über die Erweiterung der Schweinemast in Wasmerslage sieht Riemann ebenso die Politik in der Pflicht, gegen großindustrielle Anlagen aktiv zu werden und so auch kleinere landwirtschaftliche Betriebe vor dem Aus zu bewahren.

Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Wahlprogramm des Kreisverbandes beantworteten die Osterburger Sozialdemokraten personelle Fragen. Nachdem das Gros der Bewerber schon auf einer vorhergehenden Zusammenkunft bestätigt wurde, stimmten die Ortsvereinsmitglieder am Mittwochabend in geheimer Wahl dafür, dass Heiko Fischer auf der SPD-Liste für den Osterburger Stadt- und den Erxlebener Ortschaftsrat kandidiert. Zudem hat sich Rainer Moser entschieden, sich neben der Kandidatur für den Stadtrat zusätzlich um einem Platz im Königsmarker Ortschaftsrat zu bewerben.

Die personelle Aufstellung der Osterburger SPD für die Kommunalwahl am 25. Mai scheint damit abgeschlossen. Und auch das Ziel ist klar: Im Vergleich zur laufenden Legislaturperiode wollen die Sozialdemokraten bei der anstehenden Wahl die Zahl ihrer Mandate im Osterburger Stadtrat ausbauen. Aktuell arbeiten dort mit Rainer Moser und Thorsten Schulz zwei SPD-Kommunalpolitiker mit.