Die Aufgabe des Seehäuser Waldbades von der Kommune in Hände der Verbandsgemeinde zu legen, ist vorerst vom Tisch.

Seehausen l Die Bewirtschaftung des traditionsreichen und nicht nur für Seehäuser bedeutenden Waldbades ist nicht einfach zu stemmen. Deshalb wollte die Stadt die Gemeinden ins Boot holen, um die künftigen Aufgaben solidarisch zu meistern. Allerdings müssten die vier weiteren Mitgliedsgemeinden zustimmen. Und nach den Diskussionen in den Gemeinden Aland und Zehrental ist klar, dass der Wunsch der Hansestadt Seehausen, die beliebte Freizeiteinrichtung in die Regie der Verbandsgemeinde (VG) zu legen und diese als Gemeinschaftsaufgabe zu betrachten, nicht gelingt.

Angespannte Finanzlage

Die beiden genannten Gemeinden haben sich in ihren jüngsten Versammlungen gegen die Übernahme des Waldbades ausgesprochen. Hans Hildebrandt, Bürgermeister der Gemeinde Aland, gibt zu, dass diese Entscheidung für ihn persönlich keine einfache gewesen ist. Als gebürtiger Seehäuser schlägt sein Herz auch für die Stadt. "Wir würden diese Sache gern unterstützen. Allerdings lässt die Situation dies nicht zu", gibt er unumwunden zu. Er spricht damit die angespannte Finanzlage an, die keine großen Sprünge erlaube. Ähnlich äußert sich auch Zehrentals Bürgermeister Uwe Seifert, der die angedachten Vorhaben in der Freizeitstätte für nicht finanzierbar hält. "Ich lass` mich jedoch gern eines besseren belehren." Die Kommunalpolitiker vom Zehrental waren sich einig, die Badeanstalt nicht unterstützen zu können. Neben dem finanziellen Engpass ist auch der Besuch der Einwohner von Seen und Bädern in der Umgebung der Grund, warum sich die Gemeinde nicht zum Waldbad bekennt. Von einigen Orten ist es zum Arendsee näher als nach Seehausen. Für Verbandsgemeindebürgermeister Robert Reck ist die Einrichtung in der Hansestadt Seehausen eine unerlässliche. Er sucht nach Alternativen, um das Zuschuss-Geschäft der Kommune möglichst im Rahmen zu halten.

Erster Bauabschnitt steht vor der Tür

Reck kann sich vorstellen, dass die VG die Anlage im Schillerhain, den er am liebsten noch mit einem Kletterpark bereichern würde, finanziell unterstützt. "Beispielsweise bei den Spielgeräten." Der Verbandsgemeindebürgermeister hält eine Beteiligung beim Kauf dieser für möglich. Außerdem hofft er auf Fördermitteltöpfe, die den einen oder anderen Erwerb nicht zu sehr belasten.

Der Förderverein des Waldbades Seehausen schätzt die nötige Summe, um die Anlage zukunftsträchtig zu ertüchtigen, auf etwa zwei Millionen Euro. Ein ehrgeiziges Projekt, das in diesem Jahr mit der Sanierung der Sanitäranlagen seinen Anfang nimmt. Mit Unterstützung des EU-Fördermittelprogramms Leader.