Auch wenn der Pegel der Elbe im Landkreis Stendal zurückgeht, bleibt die Hochwassersituation im Norden angespannt. Vor allem am Aland und am Zehrengraben.

Seehausen. "Der Scheitel hat Sachsen-Anhalt verlassen. Das ist die Botschaft des Tages." Ein bisschen Entspannung traute sich Landrat Jörg Hellmuth am Sonnabendvormittag zu zeigen. Lag der Elbe-Pegel bei Tangermünde am Sonn-abendmorgen noch bei 7,13 Meter, war er gestern gegen 18 Uhr bereits auf 6,75 Meter gesunken. Hellmuth schränkte aber auch ein: "Das ist erfreulich, aber kein Grund zur Entwarnung."

Ein Schwerpunkt der Beobachtungen bleibe die Region Aland mit dem Zehrengraben, machte er klar. Das unterstrich auch ein Krisengipfel am Sonnabendnachmittag in Seehausen, an der unter anderem Jürgen Stadelmann, Staatssekretär des Umweltministeriums, und Burkhard Henning, Direktor des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) Sachsen-Anhalts, teilnahmen.

LHW-Flussbereichsleiter Hans-Jörg Steingraf: "Uns ist es gelungen, das Alandwasser sozusagen zu stapeln, aber das Problem ist der Rückfluss der Elbe über den Zehrengraben." Erst 40 Prozent der Alanddeiche seien eben saniert, warf Henning ein. In Pollitz ist nun innerhalb einer Woche ein drei Kilometer langer Deich im Schnellverfahren so verstärkt und erhöht worden, dass er bislang seine Schutzfunktion erfüllt. "Ich ziehe meinen Hut davor", lobte Sandmann. Einen Eindruck von der Arbeit und den Überschwemmungen verschafften sich die Politiker bei einer Tour, die sie unter anderem an die Polder Garbe und Wrechow sowie nach Bömen-zien und Pollitz führte.

Ein Bauvorhaben, das seit vielen Jahren geplant ist, sich aber noch durch eine Klage des Bunds für Umwelt und Naturschutz verzögert, rückt für das LHW jetzt wieder in den Fokus: ein Aland-Überleitungsbauwerk. "Wir haben die Genehmigung seit 2009 und jetzt die Anordnung der sofortigen Vollziehung beantragt", so Henning. "Diese Überleitung ist wichtig, damit in Situationen wie jetzt ein Teil des Alands in die Seege übergeleitet werden kann. Dieses Bauwerk nicht zu bauen, ist nicht länger verantwortbar."

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