Auf ein ereignisreiches Jahr 2013 blickte Lars Dahlmann, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Goldbeck, in seinem Rechenschaftsbericht anlässlich der Jahreshauptversammlung zurück. Dazu trafen sich die Mitglieder am Freitagabend im Gerätehaus.

Goldbeck l Lars Dahlmann begrüßte die Kameradinnen, Kameraden und Gäste, unter ihnen Verbandsgemeindebürgermeister Eike Trumpf und Goldbecks Bürgermeister Torsten Dobberkau. Zunächst wurde des im vergangenen Jahr verstorbenen Kameraden Fritz Bieber gedacht.

Mit insgesamt zwölf Einsätzen waren die Goldbecker Brandbekämpfer im vergangenen Jahr ordentlich gefordert. Unter anderem war die Wehr im Februar 2013 zu einem tödlichen Arbeitsunfall gerufen worden. "Der Einsatz war für die beteiligten Kameraden mit einer hohen emotionalen Belastung verbunden", berichtete Dahlmann.

Mitte März war die Wehr im Einsatz, um im Ort eine Ölspur zu beseitigen, die sich vom Bahnübergang bis zum Sportplatz (rund 800 Meter) zog. Das Juni-Hochwasser der Elbe forderte auch den Einsatz der Goldbecker Kameraden. Wie Dahlmann ausführte, ging es am 8. Juni nach Büttnershof und am 27. Juni an den Elbdeich nach Hohengören. Darüber hinaus waren die Kameraden am 24. Juni nach einem Verkehrsunfall zwischen Goldbeck und Klein Schwechten gefragt. Im September galt es zudem, einen brennenden Papiercontainer zu löschen.

Naturkatastrophen fordern Feuerwehren immer stärker

Die Herbststürme 2013 forderten weitere Einsätze. So galt es, im Oktober und im Dezember auf Straßen gestürzte Bäume zu beseitigen. "Eine Schrecksekunde erlebten wir am frühen Morgen des 6. Dezember. Das Einsatzstichwort hieß nur ,ein Baum auf der Straße zwischen Möllendorf und Petersmark`, aber plötzlich waren zwei Rücklichter unter dem Baum zu sehen. Glücklicherweise gab es keinen Personenschaden", betonte Dahlmann. Und er fügte hinzu: "Die Einsätze nach Naturkatastrophen sind stark gestiegen. Laut Einschätzung von Experten ist mit einer weiteren Zunahme von Wetterextremen in den kommenden Jahren zu rechnen und das wird auch die Feuerwehren betreffen. Unter anderem darauf sind wir aber rein fachlich gegenwärtig gut vorbereitet."

Wie der Wehrleiter weiter berichtete, leisten in der Goldbecker Wehr derzeit 24 aktive Mitglieder Dienst. Zehn Kameraden gehören der Alters- und Ehrenabteilung an. Um den potenziellen Nachwuchs ist es nicht schlecht bestellt. Immerhin zwölf Mitglieder zählt die Jugendwehr. Aus ihr rückten erst kürzlich junge Leute in die Reihen der aktiven Kameraden nach - Selma Busse und Alexandra Thiem (16 Jahre). Außerdem wurde der 35-jährige Michael Trumpf aufgenommen. Alle hatten am vorletzten Wochenende ihren Truppmannlehrgang erfolgreich absolviert.

Gemessen an der Einwohnerzahl sei die Goldbecker Feuerwehr leider unterbesetzt. Aber es werde intensiv an der Verstärkung gearbeitet. Auch in Sachen Ausbildung und Training sei es im vergangenen Jahr weiter vorangegangen. Unter anderem erwähnte der Wehrleiter das Training von fünf Kameraden im Brandübungscontainer. "Das war eine sehr gute Sache. Mehr davon", so Dahlmann an die Adresse der Verbandsgemeinde.

Einbrecher trieben gleich zweimal ihr Unwesen

Ein großes Ärgernis waren die Einbrüche im Goldbecker Gerätehaus im April und Juni. Die Diebe stahlen eine Kettensäge, Funkgeräte, Beamer, Getränke - und das Schnapskörbchen. Hoher Sachschaden wurde angerichtet.

Der Wehrleiter lobte die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Feuerwehr-Förderverein, die sich unter anderem beim Osterfeuer, beim Weihnachtsbaumverbrennen und bei Schrottsammlungen bewährt habe. Auch die Zusammenarbeit mit der Grundschule laufe bestens. So sei die Feuerwehr-Arbeitsgemeinschaft eine gute Sache. In diesem Zusammenhang gelte dem Lehrer Ingo Lühe ein großer Dank. Das Problem der Tagesbereitschaft der Feuerwehr Goldbeck, so Dahlmann, habe etwas entschärft werden können - durch Unterstützung ortsansässiger Betriebe, die im Notfall Mitarbeiter (Feuerwehrleute aus anderen Wehren) zum Einsatz lassen.

Der Wehrleiter blickte kurz auch auf die geplanten Aktivitäten 2014. Unter anderem soll das 105-jährige Bestehen der Feuerwehr Goldbeck am 30. August gewürdigt werden. Mit Blick auf die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren in der Zukunft meinte Lars Dahlmann, dass ein Umdenkungsprozess in den Köpfen der Kameraden erforderlich (und bereits im Gange) sei, um die durchaus angespannte Lage in den Griff zu bekommen.

"Keine Abstriche in Sachen Sicherheit für die Bevölkerung"

Lars Dahlmann

"Die Verbandsgemeindewehrleitung und der Ordnungsausschuss überarbeiten gerade die Risikoanalyse. Es geht dabei um Themen wie Fahrzeugbeschaffung und -aufstellung, Einsatzbereitschaft am Tage, Verfügbarkeit und Zusammenführung von Spezial- und Führungskräften und so weiter. In diesem Zusammenhang werden in den nächsten Jahren auch bei uns Veränderungen möglich sein, aber in Sachen Sicherheit für die Bevölkerung kann es keine Abstriche geben. Wenn wir das zulassen, ist die Feuerwehr überflüssig und dies kann ja wohl niemand ernsthaft wollen." Im Projekt "Feuerwehr 2020" des Landes Sachsen-Anhalt sei die derzeitige Lage im Bereich der Feuerwehren sehr gut beschrieben und es seien dort auch Lösungsansätze aufgezeigt.

Es folgte der Bericht des Jugendwartes Gunnar Falk sowie Grußworte von Eike Trumpf und Torsten Dobberkau. Trumpf verlieh an acht Kameraden die Fluthelfernadeln. Ehrungen und Beförderungen wurden auf die geplante Festveranstaltung zum 105-Jährigen verschoben.

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