Bretsch. "Das Einsatzjahr begann so ruhig – aber dann ...", blickte Armin Vinzelberg während der Jahreshauptversammlung der Bretscher Wehr am Freitagabend auf 2010 zurück. Nach zwei Bränden im August und Oktober – unter anderem stand eine Strohmiete in Flammen – wurde es bei eisigen Temperaturen ausgerechnet am Heiligen Abend so richtig heiß. Viermal mussten die Bretscher Brandbekämpfer ausrücken, um von der Schneelast umgeknickte Bäume zu beseitigen. Und auch am ersten Weihnachtsfeiertag wurden Kameraden aus diesem Grund alarmiert.

Die Verbandsgemeinde als neuer Dienstherr

Wehrleiter Vinzelberg attestierte seiner Mannschaft engagierte und qualifizierte Arbeit im "ereignisreichen" Vorjahr. Ereignisreich, weil "die Uhren seit 2010 etwas anders schlagen". Damit spielte Vinzelberg auf die Gemeindegebietsreform an, die der Bretscher Wehr mit der Verbandsgemeinde Seehausen einen neuen Dienstherrn bescherte. Der Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde gab Vinzelberg ein "sehr gut", auch wenn die finanzielle Lage angespannt sei. Allerdings hatte die Bretscher Wehr darunter nicht zu leiden, weil sie laut Vinzelberg bei der Ausrüstung gut aufgestellt sei.

Dafür machte er auf ein anderes Problem aufmerksam. "Die personelle Einsatzbereitschaft ist nicht besser geworden", merkte der Wehrleiter an. Zwar verfüge Bretsch über 44 aktive Kameraden, doch durch Arbeit, Studium und Lehre seien viele von ihnen tagsüber beziehungsweise unter der Woche nicht verfügbar.

Im Juni soll ein Sommerfest steigen

Dennoch erwies sich die Wehr einmal mehr als feste Größe im gesellschaftlichen Leben des Dorfes. Dafür stehen unter anderem das Osterfeuer im März und das Dorffest im Juni. Auch innerhalb der eigenen Reihen bewiesen die Brandbekämpfer, dass sie sich aufs Feiern verstehen und einiges auf die Beine stellen können, beispielsweise beim Kameradschaftsabend und der Fahrt der Frauen nach Berlin.

Auch für dieses Jahr haben sich die Feuerwehrleute einiges vorgenommen. Am 26. Februar steht wieder ein Kameradschaftsabend im Veranstaltungskalender; am 23. April soll das Osterfeuer brennen; am 4. Juni laden sie zu einem Tag der offenen Tür ein und richten ein Sommerfest aus. Zudem sind Übungen und Schulungen vorgesehen.

Da darf das Einsatzjahr natürlich ruhig bleiben. Allerdings stehen auch die Bretscher bereit, um bei Bedarf an die Hochwasser-Front auszurücken.