In loser Reihe stellt die Volksstimme Exponate aus dem Osterburger Kreismuseum näher vor. Heute: Der Waffenrock eines Husaren aus dem 20, Jahrhundert.

Von Frank Schmarsow

Osterburg l Diese Uniformjacke gehörte einem Angehörigen des Husarenregiments (Brandenburgisches) Nr. 3 von Zieten, benannt nach dem preußischen Reitergeneral Hans Joachim von Zieten (1699-1786).

Zieten gilt als einer der berühmtesten Reitergeneräle der preußischen Militärgeschichte und enger Vertrauter König Friedrich II. (des Großen). Diese Uniformjacke, auch Attila genannt, die dem Museum 1975 übereignet worden war, gehörte nicht irgendeinem Angehörigen des seinerzeit in Rathenow stationierten Regiments Nr. 3, sondern Gustav Küster, der aus Erxleben stammte und später in Petersmark wohnte.

Noch vor dem Einmarsch des deutschen Heeres zu Beginn des Ersten Weltkrieges am 4. August 1914 in Belgien waren die bisher nach Waffengattungen gekennzeichneten bunten Uniformen mit den blitzenden Knöpfen durch weniger auffallendes Feldgrau ersetzt worden. Das betraf selbstverständlich auch die Husaren. Allein die Husarenregimenter besaßen zwanzig Uniformfarbtöne "Viele altmärkische Bauernsöhne leisteten ihren Wehrdienst in Reiterregimentern, zum Beispiel auch im Husarenregiment Nr. 10, das in Stendal stationiert war und dessen Tradition noch heute von einem Verein gepflegt wird", wusste Museumsleiter Frank Hoche zu berichten.

Zu Beginn des Krieges wurden die Zietenschen Husaren von Regimentskommandeur Oberst von Baumbach geführt. Bis zu seiner Auflösung am 1.Mai 1919 hatte das Regiment neun Kommandeure. Die Tradition der Zietenschen Husaren war in der Reichswehr, der deutschen Wehrmacht und in der Nationalen Volksarmee der DDR (NVA-Kaserne in Beelitz) fortgesetzt worden.

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