Wild bleibt im Bereich der Einheitsgemeinde Osterburg die Hauptursache Nummer eins bei Verkehrsunfällen. 168 gingen im Vorjahr auf das Konto von Rehen Co. Das ist fast die Hälfte der Gesamtunfallzahlen.

Osterburg l "Wir haben keinen prägnanten Unfallschwerpunkt. Die Unfälle verteilen sich auf die gesamte Einheitsgemeinde", blickt Polizeihauptkommissar Herbert Guha, Leiter des Osterburger Revierkommissariats, gestern auf die Statistik des vergangenen Jahres zurück.

Die Polizei registrierte im Jahr 2013 im Verantwortungsbereich des biesestädtischen Revierkommissariats, das sich von Chauseehaus Hassel bei Stendal bis in den nördlichen Zipfel Sachsen-Anhalts nach Bömenzien erstreckt, insgesamt 1120 Verkehrsunfälle. Und damit fast die identische Anzahl wie 2012, als ein Unfall mehr zu Protokoll genommen wurde. Auf dem Territorium der Einheitsgemeinde Osterburg standen 369 Verkehrunfälle zu Buche - und damit auch ein ähnlicher Wert wie 2013 (siehe Infokasten). Wie in den Jahren zuvor ist Wild Hauptunfallursache. Polizeihauptmeisterin Doreen Müller, Leiterin des Verkehrsermittlungsdienstes, nennt die Straße zwischen Osterburg und Storbeck als Beispiel, wo es öfter krachte. Aber es gibt keinen Schwerpunkt-Bereich bei Wildunfällen. Vielmehr verteilten sich die 168 Kollisionen zwischen Fahrzeugführer und Tier auf vielen Strecken entlang der Wälder. Das erklärt auch die Hauptunfallzeit: Zwischen 22 und 23 Uhr wurden mit 65 die deutlich meisten Unfälle in der Einheitsgemeinde Osterburg aufgenommen; und Rehe Co. haben daran einen großen Anteil, wie Doreen Müller ausführte. Herbert Guha appelliert an die Vernunft der Straßenverkehrsteilnehmer, das eigene Fahrverhalten zu kontrollieren. "Oftmals ist die Geschwindigkeit zu hoch", weiß er aus Erfahrung. Andererseits sei es in vielen Momenten schwer, den Tieren auszuweichen.

Bei den 369 Unfällen in der Einheitsgemeinde verletzten sich 33 Personen und damit fünf mehr als im Vergleich zum Jahr zuvor. Die Zahl der Schwerverletzten (6) hat sich hingegen verringert. Und Tote beklagten die Mitarbeiter des Revierkommissariats zum Glück nicht.

Platz des Friedens eine Häufungsstelle

Bei sechs Unfällen war das Fahren unter Alkoholeinfluss die Ursache. "Elf Trunkenheitsfahrten blieben folgenlos", sagt Guha zum Ergebnis der Kontrolltouren, die er öfter durchgeführt hätte, jedoch ob des Personalmangels quasi ausfallen lassten musste. Ein Unfall in der Einheitsgemeinde war auf die Einnahme von Amphetaminen zurückzuführen und damit ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz. Übrigens war dies ein Radfahrer. Die Radler dürfen sich auch beim Fahren unter Alkoholeinfluss nicht sicher sein - bei 1,6 Promille ist der "Lappen" weg.

Zwar gibt es zwischen Gladigau und Königsmark keinen Unfall-Schwerpunkt, dennoch hat sich in der Einheitsgemeinde Osterburg eine sogenannte Unfall-Häufungsstelle ergeben. In den vergangenen drei Jahren registrierte die Polizei sechs Unfälle mit Personenschäden, darunter einen Schwerverletzten, auf dem Platz des Friedens in Osterburg.

Ein zweiter Bereich, der in diese Statistik fließt, ist der Kreuzungsbereich B 189/B190 bei Seehausen, wo allein vergangenes Jahr sechs Auffahrunfälle aufgenommen wurden- trotz oder vielmehr wegen der Signalanlage.

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