Angesichts der angespannten Finanzlage der Kommune denken die Osterburger Politiker über eine Erhöhung der Einschreibgebühr für die Stadtbibliothek nach. Am Mittwochabend diskutierte der Sozialausschuss das Thema.

Osterburg. Geht es nach dem Vorschlag der städtischen Kämmerei, könnte die einmal jährlich von den Bibliotheksnutzern zu zahlende Einschreibgebühr von derzeit sechs Euro für Erwachsene auf zwölf Euro steigen. Familien müssten statt bislang acht zukünftig 15 Euro zahlen. Keinen Vorschlag machte die Kämmerei darüber, wie hoch die ermäßigte Einschreibgebühr ausfallen soll. Diese beträgt derzeit für Kinder und Jugendliche drei Euro, Erwerbslose zahlen aktuell zwei Euro.

Bei den möglichen neuen Sätzen orientierte sich die Osterburger Kämmerei an den Gebühren, die schon jetzt in anderen altmärkischen Städten gebräuchlich sind. Nur ein Beispiel: In Salzwedel zahlen Erwachsene beispielsweise eine jährliche Einschreibgebühr in Höhe von zwölf Euro, für Familien wird ein Betrag in Höhe von 20 Euro fällig. Allerdings müssen Kinder und Jugendliche in Salzwedel keine Einschreibgebühr zahlen, sie können das Medienangebot der Bibliothek kostenlos nutzen.

Deutlich moderater als die Überlegungen aus der Kämmerei fallen die Vorschläge der Bibliotheks-Mitarbeiterinnen zur Erhöhung der Einschreibgebühr aus. "Familien könnten zehn Euro zahlen, Erwachsene acht Euro. Der ermäßigte Beitrag, der für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr, Erwerbslose sowie Angehörigen aus betreuten Einrichtungen gelten würde, sollte nach unserer Meinung bei vier Euro liegen", informierte Bibliotheksleiterin Anette Bütow am Mittwochabend den Sozialausschuss. "Wir sehen die geplante Erhöhung natürlich vor allem auch aus Sicht unserer Nutzer", erklärte sie die Anregung der Bibliotheks-Mitarbeiterinnen, die Einschreibgebühr im Vergleich zum Vorschlag aus der Kämmerei deutlich vorsichtiger anzuheben.

Mehrere Ausschussmitglieder reagierten skeptisch auf die angedachte Erhöhung der Einschreibgebühren. Wie Rainer Moser. "Prozentual gesehen, wäre das schon eine erhebliche Erhöhung", meinte der SPD-Politiker vor allem mit Blick auf den Vorschlag aus der Kämmerei.

Stadtrat Ingo Ungewickell (CDU) ärgerte sich generell darüber, dass der von der Kommune nicht selbst verschuldete finanzielle Notstand die Stadt dazu dränge, über eine Erhöhung der Einschreibgebühren nachzudenken. Hauptsächlich kritisierte Ungewickell die mögliche Anhebung des Betrages für Kinder, Jugendliche, Erwerbslose und Angehörige aus betreuten Einrichtungen. "Die Nutzung unserer Bibliothek muss für sie erschwinglich bleiben", forderte er. Ungewickell sprach sich dafür aus, dem Salzwedeler Beispiel zu folgen. "Wir können die Einschreibgebühren für Familien und Erwachsene erhöhen, sollten aber im Gegenzug zukünftig bei Kindern, Jugendlichen, Auszubildenden, Studenten, Erwerbslosen und Angehörigen aus betreuten Einrichtungen auf eine Einschreibgebühr komplett verzichten", sagte er.

Ob Ungewickells Vorschlag in die Tat umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Der Sozialausschuss beließ es am Mittwochabend bei einer ersten Diskussion über die Erhöhung der Einschreibgebühren, eine konkrete Empfehlung gab das Gremium noch nicht ab. Gleiches gilt für den Entwurf einer neuen Benutzungsordnung der Stadtbibliothek, den Anette Bütow ebenfalls vorstellte und der hauptsächlich auf Initiative der Bibliotheksmitarbeiterinnen zustande kam. "Denn uns war es wichtig, dass auch die Internet-Nutzung in der Bibliothek Eingang in die Benutzungsordnung findet und dort klar geregelt wird", erklärte Bütow. Zu den weiteren geplanten Änderungen zählt unter anderem auch die Verlängerung der Verleihfrist für die Filme aus dem Medienbestand der Bibliothek. "Unsere Nutzer sollen sie künftig für eine ganze Woche ausleihen können. Bislang gilt bei Filmen noch eine Verleihfrist von drei Tagen", informierte Anette Bütow.