Seehausen (apu). Mit Beginn des Tauwetters stiegen die Wasserstände in allen Gewässern im Norden des Landkreises Stendal. Hans-Jörg Steingraf, Leiter des Flussbereichs Osterburg des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) berichtet gegenüber der Volksstimme über die aktuelle Hochwassersituation an Biese und Aland.

"Die Mitarbeiter des LHW haben frühzeitig alle Stauanlagen so eingestellt, dass der maximale Abfluss im Gewässerprofil möglich ist. Am Pegel Dobbrun war am Mittwoch der Hochwasserscheitel erreicht", so der Flussbereichsleiter. Der Abfluss habe zu diesem Zeitpunkt bei zirka 39,7 Kubikmeter pro Sekunde gelegen. "Die Wassermassen", so Streingraf weiter, "kommen zu einem Drittel über die Uchte von Uchtspringe über Stendal und Goldbeck. Der größere Teil fließt über die Milde und die Biese ab, die ab Seehausen in den Aland übergeht."

Die Schneeschmelze in Verbindung mit dem gefrorenen Boden habe zu großen oberirdischen Abflussmengen geführt, da der Boden kein Wasser aufnehmen konnte. Der daraus resultierende hohe Wasserstand sorge für einen Rückstau in den einmündenden Gewässern. Das sei noch in Iden oder Werben nachzuvollziehen. Erschwerend komme hinzu, dass sich im Jahr 2010 ein sehr hoher Grundwasserspiegel aufgebaut hat.

Ein besonderer Kontrollschwerpunkt des LHW sind die vier Kilometer Deichbaustellen am linken Alanddeich im Bereich Wanzer. Am Donnerstag habe die Baufirma mit zusätzlichen Sicherungsarbeiten begonnen. Die Schöpfwerke in Wahrenberg, Geestgottberg, Natewisch und Bölsdorf seien ständig in Betrieb. Diese sicherten einen konstanten Wasserspiegel im jeweiligen Einzugsgebiet. Auf Grund des großen Abflusses würden zwei Schöpfwerke im Zweischichtbetrieb betrieben. Die anderen Schöpfwerke arbeiteten im Automatikbetrieb.

Der Abfluss über Biese und Aland sei vom Wasserstand der Elbe abhängig. Die Hochwasservorhersagezentrale prognostiziert ein weiteres Ansteigen der Elbe und geht davon aus, dass am heutigen Freitag die Alarmstufe 2 in Tangermünde und morgen die Alarmstufe 2 am Pegel Wittenberge erreicht wird. In der Prognose vom 12. Januar ist noch kein Hochwasserscheitel ersichtlich.

Die Deichschau im Oktober 2010 bestätigte, dass die Elbdeiche in einem guten Zustand sind. Im Dezember wurde die aktuelle Baustelle an den Qualmdeichen in Losenrade beendet. Die Schadstelle aus dem Hochwasser 2006 wurde beseitigt, sodass die seinerzeit aufgetretenen Probleme behoben wurden. Die Mitarbeiter des Landesbetriebes führen in allen vom Hochwasser betroffenen Gebieten verstärkt Kontrollen durch.